Bürgerprotest in Utting

"Lärmterror" nicht länger zumutbar?

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Initiator der Petition gegen zu viel Verkehrs- und Abgasbelastung auf der Uttinger Durchgangsstraße ist Karl-Heinz Jeworutzki.

Utting – Bürgerprotest gegen Lärmterror! Bis zu 15000 Autos fahren täglich durch Utting. Eindeutig zu viel, vor allem zu viel Lärm und Gestank durch Lastwagen und Omnibusse. Das finden zumindeste die Anwohner der Schondorfer Straße, speziell an der Kreuzung zur Industriestraße. Sie haben jetzt eine Petition beim Uttinger Gemeinderat eingereicht, die bei der jüngsten Sitzung ausführlich Gehör fand.

Wortführer der betroffenen Bürger ist das Ehepaar Gabriele und Karl-Heinz Jeworutzki, die genau an dieser neuralgischen Kreuzung ihr Eigenheim haben. „Trotz Lärmschutzfenster ist es über viele Tagesstunden unerträglich laut. Den Garten können wir kaum nutzen. Lärm und Abgasgestank vermiesen uns unser kleines Paradies. Nicht zu vergessen die Motorradhorden, die an schönen Sommerwochenenden mit Voll-gas durch den Ort donnern.“

Ihr Haus an der Uttinger Durchgangsstraße steht seit 1934, wurde über die Jahre ausgebaut, erweitert und mehrmals liebevoll renoviert. Seit der Ausweitung des angrenzenden Gewerbegebiets wurde es immer schlimmer mit Verkehrslärm und Luftemissionsbelastung. Der gesamte Schwerlastverkehr biegt von der Schondorfer- in die Industriestraße ab oder verlässt hier das Gelände. Wie der Zulieferverkehr von Webasto, die Linien- und Schulbusse der Firma Schnappinger, die Lastwagen und Fahrzeuge der Firmen Heller, Weber und Kaiser, die Postautos und schließlich der Liefer- und Kundenverkehr zum Edeka-Markt. Nicht zu vergessen der Pendlerverkehr beim dreifachen Webasto-Schichtwechsel. „Sogar die gewaltigen Jumbo-Lastzüge quälen sich lautstark von der Schondorfer- in die Industrie-straße“, klagt Initiator Karl-Heinz Jeworutzki.

Ein weiteres gewichtiges Argument führt der Uttinger ins Feld: Die Wert- und Nutzungsminderung der betroffenen Wohnimmobilien und Grundstücke. „All das ist endgültig zu viel und nicht mehr zumutbar“ resümierte er im Namen der Anwohner der Schondorfer-, Industrie- und Dießener Straße. In seinem Aufruf an Bürgermeister und Gemeinderäte bitter er nachdrücklich um einen zeitnahen Aktionsplan, der mit Nachdruck mit dem zuständigen Straßenbauamt Weilheim zu erörtern sei, schließlich sei die Durchgangsstraße ja eine Staatsstraße.

In seiner Petition hat Jeworutzki gleich eine detaillierte Vorschlagsliste mitgeliefert, die mit den Weilheimern zu diskutieren sei. Als Basis für künftige Maßnahmen sollte eine „unabhängige und objektive Verkehrszählung, Lärmpegel- und Abgasmessung“ durchgeführt werden. Jeworutzki plädiert für ein Tempo-30-Limit in der gesamten Ortsdurchfahrt sowie für strenge Geschwindigkeitskontrollen an den Ortseinfahrten. Das Aufbringen von „Flüsterasphalt“, spätestens bei den nächsten Sanierungsarbeiten, würde auch eine deutliche Lärmminderung bewirken. Weiterhin plädieren die geplagten Anwohner für eine neue Zufahrt über einen Kreisverkehr in Höhe der „Beiler Blumenwiese“ ins bestehende und zukünftig neue Gewerbegebiet.

Die optimale Alternative wäre laut Jeworutzki eine den Ort weiträumig umfahrende Umgehungsstraße, ähnlich wie in Pähl, Thaining oder Pürgen. So eine Umgehungsstraße stand übrigens vor rund 30 Jahren schon mal zur Diskussion, angeregt vom damaligen Uttinger Bürgermeister Fred Frankenberger, dem Schwiegervater von Karl-Heinz Jeworutzki. Auf Betreiben der Uttinger Geschäftsleute wurde dieser Plan auf Eis gelegt, da sie Umsatzeinbußen befürchteten, wenn der Durchgangsverkehr ausbleibt.

Der aktuelle Gemeinderat beauftragte nach ausführlicher Vorstellung des Konzepts Bürgermeister Josef Lutzenberger (Grüne) mit dem Straßenbauamt Weilheim über die Umsetzungsmöglichkeiten zu verhandeln und dann zu berichten.

Ein erster Schritt zur Verkehrsberuhigung in Utting hat die Gemeinde bereits getan – unabhängig von der Bürger-Petition: An den Ortseinfahrten wurden Messgeräte aufge-stellt, die mit roten oder grünen „Smileys“ die Geschwindigkeit der einfahrenden Autos anzeigen. Damit werden die Raser schon mal merklich ausgebremst.

Dieter Roettig

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