Verdient verloren

War alles andere als zufrieden mit der Leistung der Seinen: DJK-Trainer Roman Gese. Foto: Krivec

Es hätte die Revanche für die Niederlage im Hinspiel werden sollen. Stattdessen mussten die Landsberger Regionalliga-Basketballer am Sonntagabend bei Sportbund München eine enttäuschende 57:67-Pleite einstecken.

Es war noch etwas mehr als eineinhalb Minuten zu spielen, als Roman Gese seinen Blick auf die Anzeigentafel richtete, die hoch oben an der Wand hinter dem Trainer der DJK Landsberg angebracht war. Dann wandte Gese den Blick wieder in Richtung des Spielfelds und schüttelte fast unmerklich den Kopf. Acht Punkte lag seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt zurück, ein Rückstand, der im Basketball in 90 Sekunden durchaus aufzuholen ist. Doch Gese schien zu ahnen, dass seiner Mannschaft ein derartiger Husarenstreich diesmal verwehrt blieben würde. Statt an der Seitenlinie hin und her zu laufen und seine Spieler lautstark anzutreiben, saß Gese still auf der Bank und verfolgte mit versteinerter Miene die letzten Sekunden. Er sah, wie Xaver Egger und Florian Geheeb mit wilden Einzelaktionen noch einmal von der Drei-Punkte-Linie trafen und kurz die Hoffnung auf eine Wende weckten, aber auch, wie die Gastgeber ihren Vorsprung von der Freiwurflinie wiederherstellten. Als schließlich die Schlusssirene ertönte, schien der Gesichtsausdruck des DJK-Trainers vor allem eines zu sagen: Wie nur hatte sein Team, das zur Halbzeit mit acht Punkten in Führung lag, die Partie noch verlieren können? Tatsächlich hatten die Landsberger in der ersten Hälfte die Offensive der Münchner gut im Griff. Nur 22 Punkte gelang den Gastgebern – ein mehr als unterdurchschnittlicher Wert. Er täuschte jedoch auch darüber hinweg, dass die Gäste mit 30 Zählern ebenfalls keine überragende Leistung im Angriff abliefert hatten. Viel lebte von Einzelaktionen, selten kamen Punkte durch ein geordnetes Mannschaftsspiel zustande. Ein Umstand, der sich nach der Pause rächte. Während die Münchner in der Defensive nun deutlich aggressiver zu Werke gingen, zerfiel das Landsberger Angriffsspiel endgültig in seine Bestandteile. Bezeichnend: 2,05 Meter- Center Przemyslaw Migala, sonst mit 17 Punkten bester Werfer im Team, schaffte in 35 Minuten Spielzeit nur magere zwei Zähler. Bis zu Beginn des letzten Viertels hatten die Münchner so ihren Rückstand egalisiert, was auch daran lag, dass die DJK die Distanzschützen der Gastgeber nicht mehr in den Griff bekam. Allein Claus-Martin Weiß hatte am Ende der Partie vier Dreier auf seinem Konto – allesamt erzielt in der zweiten Halbzeit. Was sich im dritten Viertel angebahnt hatte, fand im Schlussabschnitt seine Fortsetzung. Die Münchner hielten sich diszipliniert an ihre Angriffssysteme, kamen so ein ums andere Mal zu einfachen Punkten. Auf der Gegenseite liefen die Landsberger dagegen über das Feld, als müsste jeder Spieler alleine die Partie entscheiden. „Wir haben heute verdient verloren“, stellte Gese nach dem Schlusspfiff enttäuscht fest, womit eine vier Spiele währende Siegesserie der Lechstädter ein Ende fand. Am meisten ärgerte den Trainer allerdings, die Art und Weise, wie sein Team verloren hatte. „Wir haben jetzt einiges aufzuarbeiten“, kündigte er an. Viel Zeit bleibt nicht. Schon am kommenden Wochenende steht das nächste schwere Spiel auf dem Programm. Dann gastieren die Landsberger in Rosenheim. Dass auch gegen den Tabellenzweiten nicht nur eine starke Halbzeit genügt, weiß man bei der DJK spätestens sei dem Hinspiel: Damals führte Geses Team nach 20 Minuten mit 37:32, um am Ende doch noch mit zwei Punkten zu verlieren.

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