Denkmal dörflicher Zusammenarbeit

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Pfarrer Norbert Marxer segnete beim Hebauf die Figur des Heiligen Florian, den Maria und Sebastian Endhart (rechts) für den neuen Vereinestadel gestiftet haben.

Kaufering – Der Bau des im Vorfeld vieldiskutierten Vereinestadels in der Landrat-Müller-Hahl-Straße ist so gut wie fertiggestellt, das Dach ist aufgesetzt – Zeit für die Hebauffeier. Der Duft von Spanferkel und fröhliches Stim­- mengewirr lagen in der Luft, als die Kauferinger Dorfvereine kürzlich „ihren Stadel“ einweihten.

In gerade mal fünf Wochen haben Mitglieder der Bruderschaft St. Leonhard sowie des Dorf-, Musik- und Theatervereins den stattlichen Holzbau mit Unterstützung einer Hallen- und Stahlbaufirma aus Buchloe errichtet. Die stolze Leistung: „Insgesamt 2500 Stunden haben rund 50 Frauen und Männer dafür gearbeitet“, berichtet der Bruderschaftsvorsitzender Leo Widmann. Sie haben das Fundament betoniert, Balken gesägt, Wände aufgestellt und die Solaranlage auf das Dach gesetzt.

Nicht nur handwerkliches Talent war gefragt. Viele Vereinsmitglieder haben ihr Sachwis­­ sen in die Planung und die Koordination des Bauprojekts eingebracht und professionelle Unterstützung für das ehrgeizige Vorhaben gewonnen. „Das ist eine herausragende Leistung und ein schönes Zeichen des Gemeinwesens, das es so in den vergangenen Jahrzehnten in Kaufering nicht gegeben hat“, stellte Bürgermeister Erich Püttner mit Begeisterung fest. Und bezeichnet den Stadel daher zu Recht als „Denkmal der dörflichen Zusammenarbeit“.

Geleitet wurde das Gemeinschaftswerk von Sepp Frigl, der sich seit vielen Jahren sowohl im Dorfverein als auch in der Leonhards-Bruderschaft engagiert. „Ohne Sepp wäre es nicht gegangen. Es gab keinen Tag ohne ihn“, lobte Widmann und überreichte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz ein Straßenschild mit der Aufschrift „Sepp-Frigl-Eck“. Es werde im Vereinestadel einen Ehrenplatz erhalten.

Auch zahlreichen Unternehmen aus Kaufering und der Umgebung galt der Dank der Verantwortlichen. Viele Firmen stifteten oder verkauften den Vereinen zu vergünstigten Preisen Baumaterial, andere stellten Fachkräfte zur Verfügung oder förderten die Arbeit finanziell. So steuerten etwa die Sparkasse und die VR-Bank je 2000 Euro zu den Baukosten bei.

Ein ganz besonderes Geschenk machte Ehepaar Maria und Sebastian Enthart. „Wir können uns nicht mehr tatkräftig an der Arbeit beteiligen, wollten aber auch etwas beitragen“, erklärten sie und stifteten eine Figur des Heiligen Florian. Sie soll fortan den Stadel zieren und vor Schaden bewahren soll. Pfarrer Norbert Marxer segnete Figur und Stadel und bat um Gottes Hilfe, Beistand und Schutz für das Gebäude. „Vor allem aber möge Gottes Segen die Menschen begleiten, die hier zusammenkommen“, so der Geistliche.

Der Stadel dient den vier Vereinen als Lagerraum für Wagen, Requisiten, Festzelte und Bühnen. Die Marktgemeinde hatte das Gelände und 80000 Euro für das Bauvorhaben zur Verfügung gestellt, machte den Vereinen aber die Auflage, als Ge­- genleistung den errechneten Restbetrag von 20000 Euro als Eigenanteil aufzubringen und sich aktiv am Stadelbau des Stadels zu beteiligen. „Diese Bedingung haben die Vereine mehr als erfüllt“, lobt Bürgermeister Püttner, „sie haben allen Grund, auf das überragende Ergebnis ihres Einsatzes stolz zu sein.

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