Dem Verkehr auf der Spur

Sind schon jetzt höchst neugierig auf die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung (von links): OB Ingo Lehmann, Tiefbau-Referatsleiter Hans Huttenloher sowie Stadtbaumeisterin Annegret Michler und Projektleiter Christian Fahnberg. Foto: Peters

Wie ein kleines Kind, das gerade ein Spielzeug bekommen hat, freut sich Landsbergs Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) derzeit über sein neues Dienstmobil. Mit einem sogenannten E-Bike, einem Fahrrad mit Elektromotor, rast das Stadtoberhaupt von Termin zu Termin und wird dabei nim­mermüde, die Vorzüge des umweltfreundlichen Untersatzes zu preisen. Während man daher bestens über das Fortbewegungsverhalten des Oberbürgermeisters Bescheid weiß, sind die Informationen bei der Stadt über die Mobilität der restlichen Landsberger Bürger eher dürftig. Eine schriftliche Befragung soll nun Licht ins Dunkel bringen.

Die vom Stadtrat im Frühjahr beschlossene Untersuchung ist Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. Ziel ist es, ein möglichst breites Wissen über das Mobilitätsverhalten der Bürger zu erlangen, um verbindliche Aussagen über den Binnenverkehr treffen zu können. Die Erkenntnisse sollen dann in die städtebaulichen Planungen mit einfließen, erklärt Stadtbaumeisterin Annegret Michler beim Pressegespräch. Denn: „Städtebau und Verkehr sind nicht trennbar.“ Rund 5300 Haushalte hat das mit der Untersuchung beauftragte Ingenieurbüro Ingevost stichprobenartig ausgewählt. In der vergangenen Woche bekamen diese ein erstes Schreiben, welches das weitere Vorgehen erläuterte. Demnach werden die Erhebungsunterlagen am 2. Oktober versandt. Diese bestehen aus drei Bögen. Im Haushaltsbogen sollen die Bewohner allgemeine Fragen zu Haushaltsgröße und Fahrzeugbesitz beantworten. Zudem besteht die Möglichkeit, die aktuelle Verkehrssituation zu bewerten und diese mit Anregungen und Kommentaren zu ergänzen. Für die Stadt sei dies eine nicht zu unterschätzende Gelegenheit, einen Einblick in die Probleme der Bürger zu bekommen, wies Christian Fahnberg, Leiter der Studie, hin. Lehmann kündigte daraufhin an, im Rahmen der geplanten Bürgerversammlungen Anfang des nächsten Jahres konkret auf die einzelnen Stellungnahmen eingehen zu wollen. Während der Personenbogen mit weiteren detaillierten Fragen zu Geschlecht, Berufstätigkeit oder Führerscheinbesitz aufwartet, geht es im Wegebogen um das eigentliche Thema der Mobilitätsbefragung. Hier sollen alle im Haushalt lebenden Personen, die älter als zehn Jahre sind, explizit Auskunft über alle Wege geben, die sie am Stichtag, Donnerstag, 7. Oktober, zurücklegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Strecken mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigt werden. Auch wer an diesem Tag nicht in der Lechstadt ist oder seine Wohnung nicht verlässt, soll die Fragebögen ausgefüllt zurückschicken, betonte Fahnberg: „Das ist wichtig, weil nur so eine korrekte Hochrechnung möglich ist.“ Um die Rücklaufquote zu erhöhen, werden zudem all diejenigen, die die Abgabe der Unterlagen verpassen, noch ein­- mal angeschrieben und erneut um eine Teilnahme gebeten – dann allerdings mit dem 21. Oktober als Untersuchungstag. Die Befragung ist kein Muss: Wer die Fragebögen nicht beantworten will, den bittet Fahnberg einzig darum, den leeren Rückumschlag in den Briefkasten zu werfen. Die Anschrift werde dann vor dem nächsten Versand ausgesondert. Angst, dass die zurückgesendeten Antworten personenbezogen erhoben werden, braucht übrigens niemand zu haben: Die Auswertung erfolgt anonym. Für weitere Fragen hat Ingevost zudem unter Tel. 0800/4643867 eine kostenlose Hotline eingerichtet. Die Ergebnisse der Untersuchung werden voraussichtlich im April nächsten Jahres vorliegen.

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