Mehr Unfälle – weniger Verletzte

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Auch bei diesem schweren Unfall auf der B17 bei Denklingen kam vergangenes Jahr eine Frau ums Leben.

Landkreis – Die Landsberger Polizei hat jüngst ihre Verkehrsstatistik 2012 vorgestellt. Die Zahl der Toten und Verletzten ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch gesunken. Drastisch erhöht habe sich vor allem die Zahl der Wildunfälle, berichtet Dienststellenleiter Alfred Geyer.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle, die sich im Jahr 2012 im Landkreis ereigneten, bezifferte Geyer auf 2957. Das seien 218 Unfälle mehr als im Jahr 2011. Dabei wurden 677 Personen verletzt und elf kamen ums Leben. Laut den Statistiken seien dies der niedrigste Stand der letzten zehn Jahren im Landkreis. Auch wenn die Zahl der Todesopfer ebenfalls niedriger als in den Jahren zuvor sei, haben sich doch einige schwere Verkehrsunfälle ereignet. So starben im Januar 2012 zwei Personen bei einem Frontalzusammenstoß auf der B17 bei Unterdießen, drei weitere Insassen wurden schwerst verletzt.

Bei etwas mehr als der Hälfte aller Unfälle handelte es sich laut Geyer um sogenannte Kleinunfälle (1568). Als Hauptursachen der restlichen Unfälle nannte er an erster Stelle Fehler beim Überholen oder Vorbeifahren und falsche Straßenbenutzung, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren. An dritter Stelle stehe nicht angepasste Geschwindigkeit. Die Bilanz der zu schnellen Fahrten: 271 Unfälle, 111 Verletzte, zwei Tote.

Was Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss betrifft, so kann sich Geyer optimistisch zeigen. Zwar haben die Beamten aufgrund dessen 62 Führerscheine sicher gestellt und 79 folgenlose Trunkenheitsfahrten oder Fahrten unter Drogeneinfluss geahndet. Im Jahr 2011 beliefen sich die jeweiligen Zahlen aber noch auf 90, beziehungsweise 134. Auch bei den Unfällen, die von Betrunkenen verursacht wurden, sprach Geyer von einem deutlichen Rückgang. 36 Unfälle mit 22 Verletzten und einem Toten stünden den über 60 Unfällen,34 Verletzten und drei Toten aus 2011 gegenüber.

Deutlich reduziert haben die Beamten ihre Einsatzstunden in der Überwachung der Straßen im Landkreis mit der Laserpistole – von 113 auf 87. Daher sei auch die Anzahl der Beanstandungen von 678 auf 406 gesunken. Geyer berichtete, dass die Fälle von Unfallflucht dagegen zugenommen haben. Laut Statistik gehöre jeder fünfte Unfall dazu, die Aufklärungsquote der Polizei liege bei knapp über 40 Prozent. Gesteigert werden könne diese nur durch die vermehrte Mithilfe von Augenzeugen.

Den drastischsten Anstieg aber verzeichne die Polizei bei den Wildunfällen, so der Dienststellenleiter. Diese stiegen von 497 auf 673 an. Weit über die Hälfte davon werde durch Rehwild verursacht, darauf folgten Dachs, Fuchs und Schwarzwild.

Im Rahmen der Verkehrserziehung war die Polizei letztes Jahr wieder im gesamten Landkreis unterwegs: Von zwei Verkehrserziehern wurden 1151 Kinder ausgebildet und nahmen an Fahrradprüfungen teil. Dennoch ließen sich sieben Schulwegunfälle nicht vermeiden – einer mehr als im Jahr 2011 Geyer freute sich auch über einen Rückgang der Unfälle mit Fahrradfahrern. Verzeichnet wurden 116 Unfälle (2011: 141) und auch hier habe es weniger Verletzte gegeben.

Toni Schwaiger/Ricarda Seitz

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