Verkehrsstatistik: Weit weniger Schwerverletzte

Im Nachhinein ein beklemmendes Gefühl: Da präsentiert Landsbergs Polizeichef Alfred Geyer den Pressevertretern die Verkehrsstatistik ’08, berichtet von unwesentlichen Veränderungen im Vorjahresvergleich, da stirbt fast zur selben Zeit ein Verkehrsteilnehmer im Landkreis. Beim Einbiegen von der Kreisstraße LL3 in die Staatsstraße nach Dießen übersieht ein 74-jähriger Radfahrer aus München einen Kleintransporter, wird von dem Fahrzeug trotz Vollbremsung erfasst und tödlich verletzt.

Das Missachten der Vorfahrt oder des Vorranges, wie bei dem tödlichen Verkehrsunfall am vergangenen Mittwoch laut Polizei geschehen, stehe bei den Hauptunfallur- sachen nie an der Spitze, sondern mit 15,6 Prozent auf Position drei. Beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts- sowie Ein- und Anfahren geschehe noch mehr (21,3%), am meisten (25,4%) kracht es beim Überholen, Vorbeifahren und bei falscher Straßenbenutzung. Insgesamt ereigneten sich im zu-rückliegenden Jahr auf den Straßen im Landkreis Landsberg 2815 Verkehrsunfälle –1430 davon waren so genannte Kleinunfälle. Zu beklagen waren dabei 804 verletzte und zwölf getötete Personen – ein Toter und ein Unfall weniger als im Vorjahr. Positiv sei laut Geyer, dass die Zahl der Schwerverletzten mit 160 um 22 Prozent gesunken sei. Den Gesamt-Sachschaden bezifferte der Polizeichef auf 4,2 Millionen Euro. Auf das Konto „nicht angepasste Geschwindigkeit“ gingen 213 (Vorjahr: 185) Unfälle, die 163 (141) Verletzte und vier Tote forderten. Diese Steigerung betrachten Geyer und Pressesprecher Franz Kreuzer mit Sorge, appellieren an die Vernunft der Fahrzeuglenker und bauen auch auf die abschreckende Wirkung von Geschwindigkeitsüberwachungen. Allein die Beamten der Landsberger Inspektion waren mit der Laserpistole 59 Stunden im Einsatz, registrierten dabei 428 Beanstandungen, die in 284 Anzeigen und 144 Verwarnungen mündeten. Geyer lobte in diesem Zusammenhang die städtische Ge- schwindigkeitsüberwachung und die des Zweckverbandes in zahlreichen Landkreisgemeinden. Zurückgegangen ist die Zahl Unfälle nach Alkoholkonsum – von 64 in 2007 auf nunmehr 41. Offensichtlich nur eine Momentbetrachtung, denn „es wird nach wie vor betrunken gefahren“, stellte Franz Kreuzer klar. So seien bei 165 „folgenlosen Trunkenheitsfahrten“ immerhin 92 Führerscheine sichergestellt worden – sechsmal von Fahranfängern. Und bei weiteren 82 Verkehrsteilnehmern verhinderte die Polizei eine Trunkenheitsfahrt. Dieser Eingriff erfolge zum „frühestmöglichen Zeitpunkt“, so Geyer, bleibe zunächst ohne Folgen, werde aber der Führerscheinstelle im Landratsamt gemeldet. Wiederholungstäter müssten aber mit einer Medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen.

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