Winzlinge und Eremiten

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20 solcher Infotafeln stehen entlang des Ammerseepfades. Der Verschönerungsverein Riederau stellte die Tafeln vor.

Riederau – Unlängst wurden die neuen Infotafeln in Riederau am Seeufer und im Seeholz vorgestellt. Mehr als 30 Interessierte hatten sich dazu auf Einladung vom Verschönerungsverein Riederau 1902 (VVR) beim Dampfersteg versammelt.

Vorsitzender des Verschönerungsvereins Stephan Widler berichtete über die bereits 2013 begonnenen Aktivitäten zur Erneuerung der vereinseigenen Infotafel am Seeufer, die mit dem Aufstellen der neuen Tafel jetzt erfolgreich abgeschlossen wurden. Er dankte dem Projektträger „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ und dem Projektleiter Markus Blacek für die Unterstützung und die Einbindung der neuen Tafel in das professionelle Informations- und Bildungskonzept des „Ammerseepfades“.

Danach stellte Markus Blacek das Projekt Ammerseepfad vor: Auf 20 individuellen Infotafeln und mit mehreren interaktiven Objekten werden Interessierte eingeladen die Schönheit und die faszinierenden Zusammenhänge rund um den Ammersee zu entdecken. Details dazu finden sich auch im Internet unter www.ammerseepfad.de. Passend zum Thema der Infotafel „Winzlinge mit Schlüsselposition“ gab die Ammerseefischerin Regina Metzger einen Einblick in die einzigartige Biodiversität des Ammersees. Sie erläuterte auch die Auswirkung von Umwelteinflüssen auf den Lebensraum See, so beeinflusst unter anderem der reduzierte Nährstoffeintrag in den See den Fisch­fang der Ammerseerenken. Die Fischerin erzählte von dem seit Jahrhunderten betriebenen Handwerk der Ammerseefischer, die heute in einer Fischereigenossenschaft organisiert sind.

Nach einer kurzen Wanderung stellte dann Alwin Rammo, Revierleiter Forstbetrieb Landsberg/Revier Hagenheim, die neue Infotafel „Ein Wald für Rotkäppchen und Eremiten“ im Seeholz vor, für die die bayerischen Staatsforsten die Trägerschaft übernommen haben. Die Besonderheit dieses einzigartigen Eichenwaldes beeindruckte die Anwesenden und sie erfuhren interessantes über den Zusammenhang des z. T. uralten Baumbestandes und den darin beheimateten Tieren wie Mittelspecht und Eremit.

Alwin Rammo berichtete auch von den Auswirkungen der Bahnstrecke, die durch das Seeholz führt. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Verkehrssicherung ist der Revierleiter im Seeholz für die Bäume entlang der Gleise verantwortlich. Nach einem ersten, moderaten Rückschnitt bestand die Bahn jedoch auf weitergehenden Schnittmaßnahmen, wodurch zahlreiche Bäume neben den Gleisen weichen mussten. Die dabei gefällten Stämme wurden absichtlich als Rückzugsort für Insekten und andere Tiere im angrenzenden Bereich belassen. Die zusätzlichen Hinweistafeln, die Forstmitarbeiter zur Erklärung dieser Maßnahmen errichteten, wurden allerdings zerstört oder entwendet.

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