Für die Verwaltung lernen – Seit 60 Jahren Fortbildung an der BVS

Seit fast 90 Jahren ist die Bayerische Verwaltungsschule (BVS) das bedeutendste Aus- und Fortbildungszentrum für Beschäftigte und Beamte der baye-rischen Kommunal- und inneren Staatsverwaltung. Am Freitag feierte einer der Standorte, das Bildungszentrum Holzhausen als ältestes der vier BVS-Niederlassungen, mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sein 60-jähriges Jubiläum.

Eröffnet wurde der Sommerempfang von Jürgen Busse, Vorsitzender des Verwaltungsrates der BVS und Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bayerischen Gemeindetags. Den Festvortrag hielt Professor Dr. Frank Fischer von der Fakultät für Psychologie und Pädagogik an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Die Geschichte des Bildungszentrums Holzhausen begann nach Kriegsende am 1. April 1949 mit dem Ankauf des früheren Strandhotels Panorama. Heute verfügt die Einrichtung auf einem 4,3 Hektar großen Gelände über zwölf Lehrsäle und 181 Gästebetten mit jährlich mehr als 30000 Übernachtungen von Lehrgangs- und Seminarteilnehmern. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens galt der Dank des Verwaltungsratsvorsitzenden auch den Vertretern des Innenministeriums für die großzügige Unterstützung (2,25 Millionen Euro) zugunsten der energetischen Generalsanierung, die derzeit läuft. Trotzdem, so Busse, bedeute die Sanierung für die Verwaltungsschule eine große Herausforderung: Notwendig sei eine kurzfristige Realisierung bis 2011. Hinzu kommen Ausgaben für einen neuen Tagungsraum und weitere Seminarräume. Doch dies sei die BVS dem Bildungszentrum Holzhausen am Ammersee, wo nicht zuletzt der bayerische Ministerpräsident seine Angestelltenausbildung absolviert habe, schuldig. An die Bayerische Staatsregierung wandte sich Busse mit der Bitte, die BVS auch nach der bevorstehenden Dienstrechtsreform in die vorgesehenen Qualifizierungsmaßnahmen für den Aufstieg einzubeziehen. Staatliche und kommunale Dienststellen ermutigte Busse, auch künftig nicht an Aus- und Fortbildungen zu sparen und interessierten Mitarbeitern weiterhin zu gestatten „ihre Erfahrungen durch eine nebenamtliche Unterrichtstätigkeit an der BVS weiterzugeben.“ Magische Anziehungskraft „Das Bildungszentrum Holzhausen ist das Vorzeigeobjekt der BVS, und Holzhausen hat einen magische Anziehungskraft“, schwärmte Josef Ziegler, Vorstand der BVS. Im Künstlerdorf Holzhausen verstehe man sich nicht allein als Bildungseinrichtung für die Verwaltung, sondern auch als Begegnungszentrum für Bürger, Institutionen und Vereine, und mit regelmäßig stattfindenden Ausstellungen und Konzerten auch als Kulturträger. Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang Karl Weißenbach, dem langjährigen Leiter des Bildungszentrums Holzhausen, sowie Landrat Walter Eichner und dem Uttinger Bürgermeister Josef Lutzenberger für die konstruktive Zusammenarbeit. Experten-Vortrag Den zahlreich versammelten „Experten“ widmete Professor Frank Fischer seine Festrede zum Thema „Wie wird man eigentlich Experte/in – Einblicke in die Psychologie der Spitzenleistung“. Experten, so der Professor, seien in der wissenspsychologischen Definition Personen, die konsistent – also nicht nur einmalig – herausragende Leistungen in einem Gebiet erbringen.“ Wie durch zahlreiche Studien nachgewiesen worden sei, liege der Unterschied zwischen Experten und Nicht-Experten zu großen Teilen darin, das Experten aufgrund individueller Förderung, bester Ausbildung und persönlichem, täglichem Engagement „über mehr und besser organisiertes Wissen verfügen“.

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