Viel Verkehr, viel Gefahr – Feuerwehren im Landkreis Landsberg werden noch besser ausgestattet

Die Anforderungen an die 72 Feuerwehren im Landkreis Landsberg werden in naher Zukunft weiter steigen. Mit Blick auf die A 96 und die B 17 neu soll sich vor allem der Lkw-Verkehr auf der Autobahn nahezu verdoppeln. Die Folge sei eine deutlich größere Gefahr an Unfällen, „auch mit Gefahrguttransportern“, betonte Kreisbrandinspektor Robert Waldhauser auf der jüngsten Kreisaus- schusssitzung. Er stellte dem Gremium ein so genanntes Fahrzeug- und Ausstattungskonzept vor. Diese zeigt eine Auflistung von Fahrzeugen und Ausstattungen die zukünftig nötig sind, um bei Gefahr ausreichend gerüstet zu sein. Die Liste wurde vom Kreisausschuss verabschiedet, über die Anschaffung soll dann temporär und im Einzelfall der Kreistag entscheiden.

Bereits 1999 hatte die Kreis-Feuerwehr erste Überlegungen getätigt, um die Wehren auf bessere Füße zu stellen, wie Waldhauser sagte. In enger Abstimmung mit dem Landratsamt entstand so das Wechselladerkonzept das es ermöglicht, zentral stationierte Fahrzeuge, Geräte und Einrichtung auch überörtlich einzusetzen. In der Folge wurde 2003 ein erstes Trägerfahrzeug mit Gefahrencontainer angeschafft. Zwei Jahre später kam ein Hochwassercontainer hinzu, der unter anderem Strom- und Lichterzeuger beinhaltet. 2006 folgte noch ein Sonderlöschmittelcontainer, der beispielsweise bei Unfällen mit Gefahrenguttransportern zu Einsatz kommt. In den nächsten Wochen wird zudem ein zweites Trägerfahrzeug mit einem Dekontaminationscontainer (Kosten rund 230000 Euro) in Betrieb genommen. Das neue Fahrzeug- und Ausstattungskonzept, das Waldhauser dem Kreisausschuss vergangene Woche vorstellte, soll nun das bestehende Wechselladerkonzept ergänzen und die Feuerwehren vor allem auf den zunehmenden Verkehr auf der A96 und B 17 neu vorbereiten. Das Konzept sieht eine Art Anschaffungsliste vor, die bis ins Jahr 2015 reicht. Sie wurde laut Aussage des Kreisbrandinspektors bereits von der Regierung von Oberbayern, die über etwaige Zu- schüsse entscheidet, abgesegnet. Ausrüstung für den Ernstfall Landrat Walter Eichner sprach mit Blick auf die auf das Papier von einer abgespeckten Version. So ist der Wunsch nach einer Drehleiter gestrichen worden, da man im Landkreis genug hätte, so der Landkreischef. Ansonsten berücksichtige die Planung alles, was machbar sei. Der Kreistag werde zudem über jede Maßnahme und mit Blick auf die Haushaltslage gesondert über die Anschaffungen entscheiden. Ausgerichtet ist die Liste, um für etwaige „Supergaus“ wie Zugunglücke oder Flugzeugabstürze gerüstet zu sein. Dass dies keine Utopie sei, beweise der Zusammenstoß zweier Flugzeuge über dem Bodensee im Juli 2002, betonte Eichner. Daher sei es allein mit neuer Ausrüstung und Feuerwehr nicht getan. So denke der Landkreis auch darüber nach, wie ein mögliches Katastrophenschutzzentrum ausgestattet sein könnte. Gebäude wie etwa Turnhallen wären ja vorhanden. Hier berät sich aktuell das Bayerische Rote Kreuz über ein entsprechendes Konzept, dass im Frühjahr vorgestellt werden soll, sagte Eichner. Darüber hinaus werden von der Feuerwehr mehrere Verkehrssicherungsanhänger für die Absicherung der Unfallstellen benötigt. Auch die Anschaffung eines dritten und vierten Wechselladerfahrzeuges sowie eines Einsatzleitwagens, Gerätewagens und eines Rüstwagens seien nötig. In der Summe würde die Beschaffung aller auf der Liste stehenden Maßnahmen rund 1,95 Millionen Euro kosten, wenngleich ein teil durch staatliche Zuschüsse aufgefangen würde.

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