Viel zu wertvoll für den Abriss

Für den Denkmalschutz hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eingesetzt. Anlass war der Antrag einer Eigentümerin, ihr inzwischen nicht mehr bewohnbares „Baudenkmal“ abreißen zu dürfen. Allerdings gab es auch Stimmen, die für den Abriss plädierten, schließlich seien die Kosten des Erhalts und der Wiederherstellung für solche Gebäude doch erheblich.

„Das Gesicht eines Ortes lebt aus der Summe der alten Gebäude, nicht nur von den wirklich alten Baudenkmalen!“ Mit diesen Worten warb Gemeinderat Johannes Wolffhardt für den Erhalt eines kleinen bäuerlichen Anwesens im Zentrum von Asch. Eine deutliche Mehrheit im Rat gab ihm bei der Abstimmung recht. Ist man Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes, so kann man nicht – wie sonst – über dessen Nutzung eigenmächtig entscheiden. Der Gesetzgeber hat, egal bei welcher Maßnahme, immer ein Mitspracherecht. Viele empfinden das als unzumutbare Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit. Der Staat steht aber im Gegenzug hilfreich zur Seite, sei es mit Rat oder häufig auch mit finanzieller Tat. Nicht zuletzt deshalb gibt es in Bayern nach wie vor eine große Anzahl historischer Gebäude. „Fuchstal ist im Landkreis die am dichtesten mit historischen Gebäuden bestückte Gemeinde,“ informierte Bürgermeister Erwin Karg. Das bayerische Denkmalschutzgesetz gehört im Bundesgebiet – neben Baden Württemberg – zu den strengsten. Darüber hinaus ist der Landkreis Landsberg bestrebt zu verhindern, dass alte Höfe „einfach so abgerissen“ werden, weil sie „unbewohnbar“ geworden sind oder den wirtschaftlichen Anforderungen der heute industrialisierten Landwirtschaft nicht mehr genügen. Denkmalschützer beklagen den Umstand, dass in Bayern nahezu kein Bauernhof mehr existiert, der älter als 200 Jahre ist. Zu Recht sei deshalb eine Hofstatt, deren Kern aus dem 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit überlebt hat, unter Denkmalschutz gestellt. Schließlich zeigen auch die Besucherzahlen in Freilichtmuseen, dass ein öffentliches Interesse besteht alte Höfe zu erhalten. Wie unsere Vorfahren gelebt haben sollte uns Nachfahren aber nicht nur in Museen nachvollziehbar werden, befand die Ratsmehrheit. Schließlich zeige die Einbindung der Gebäude in eine gewachsene Ortschaft mehr über deren historische Entwicklung, als die manchmal steril wirkende Zusammenstellung von alten Gebäuden in künstlich konstruierten Institutionen. Auf den Einwand, der finanzielle Aufwand ein solches Gebäude zu erhalten sei unzumutbar hoch, erwiderte Gemeinde- rat Johannes Wolffhardt: „Es gibt eine Menge Liebhaber, manche nennen sie auch Spinner, die ein solches Anwesen suchten.“ Er selbst sei einer von ihnen.

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