Viele fleißige Hände fürs Juwel

„Dort , wo der Spielhahn im schönen Land Tirol, dort wo die Büchse schnalzet, ja dort gefällt’s uns wohl!“ Nicht von heute oder gestern stammt diese Laudatio auf das Tiroler Nachbarland; sie wurde vor 80 Jahren gesprochen, am 29. Juni 1929. An diesem Samstag fand im Saal des Gasthauses Post in Tannheim der Festabend zur Einweihung der „Landsberger Hütte“ statt – gebaut von der Alpenvereinssektion Landsberg unter dem damaligen Vorsitzenden Direktor Isidor Hipper. Die Festgäste waren aus Landsberg, Tannheim und aus der Region gekommen, um zusammen mit den fleißigen Bergfreunden die Einweihung der neuen Hütte gebührend zu feiern.

Die Lechstädtische Alpenvereinssektion war damals 40 Jahre alt und hatte schon viele Jahre über den Bau einer Schutzhütte in den Bergen nachgedacht. „Konkret wurde dann 1905 über ein Arbeitsgebiet im Bereich des Fernpasses, später über einen Bereich im Hofjagdgebiet Kenzen und ab 1924 über das Gebiet am Vilsalpsee gesprochen“, blickt der heutige AV-Vorsitzende Erwin Stolz in die Chronik. Schließlich habe man nach Überwindung verschiedener Hindernisse und Widerstände 1927 der Kaufvertrag für das Hüttengrundstück mit der „Fünförtlichen Pfarrgemeinde“ Höfen schließen können. Die Baugeschichte Landsberger Hütte, die nach Plänen des Landsberger Stadtbaurates Pfeffer errichtet worden war, liest sich wie eine Abenteuerstory. Auf die damals zeitraubenden und kräftezehrenden Erlebnisse und den großen Einsatz der Sektionsmitarbeiter beim Bau wies Vorsitzender Isidor Hipper besonders hin und zollte allen Beteiligten Dank. Doch schon bald nach Fertigstellung der Hütte kamen neue Anforderungen auf die Sektion zu. Wasserversorgung, Abwasser- und andere Entsorgung, Ausbau und Verbesserung der Wege sowie auf Grund der gestiegenen Besucherzahlen Verbesserung des Innenlebens der Berghütte. Die politischen Wirren nach den Jahren des ersten Weltkrieges und mit Beginn des zweiten Weltkrieges brachten das Hüttenleben vollständig zum Erliegen. Gesperrte Grenzen, Ausgangssperren, Besatzung – all das kennzeichneten die Jahre nach dem Krieg. Erst 1951 konnte wieder eine Sektionsfahrt zur Hütte unternommen werden. Das 25-Jährige der Landsberger Hütte durfte in 1954 gebührend gefeiert werden. Ausruhen aber war nicht drin. Der Bau einer Seilbahn, die Erweiterung der Hütte im Jahre 1964 und der Anschluss an das Stromnetz des E-Werkes Schattwald sind wesentliche Marksteine in der Hüttengeschichte, an die Erwin Stolz gerade im Jubiläumsjahr gerne erinnert. Den Gastraum hatte man vergrößert und die Zahl der Schlafplätze auf 150, die der Sitz- und Verweilplätze auf 110 erhöht. Die gute Besucherzahl aber bedingte bald eine neue Wasserversorgung und eine Abwasser-Entsorgung unter Berücksichtigung der ökologischen Notwendigkeiten. Der Bau dieser Anlagen in den Jahren 1980 bis ’83 und die Errichtung eines Nebengebäudes für die Sektionsmitarbeiter, die Sanierung des Daches der Hütte, die Verbesserung der Hüttenküche wurde wesentlich von den Sektionsmitarbeitern geleistet. Und das wird wohl niemals enden: 36 neue Fenster im Jahr 2005, die Sanierung der Seilbahnstützen in 2006, eine neue Talstation für die Seilbahn und eine neue Seilbahn im vergangenen Jahr sind die wesentliche Modernisierungen der jüngsten Hüttenzeit. „Erfreulicherweise finden sich immer wieder bergbegeisterte Handwerker und Fachleute, die ihre Freizeit in den Hüttendienst investieren“, freut sich Sektionsleiter Erwin Stolz. Allein im vergangenen Jahr seien rund 1500 freiwillige Arbeitsstunden geleistet worden. Erst der Morgengruß Zum 80-jährigen der Landsberger Hütte bereichert der neue Klettersteig Lachenspitze das Juwel über dem Traualpsee. Allein dafür waren zwei Bergführer rund 500 Stunden lang beschäftigt. Einer der ersten Kletterer wird Landrat Walter Eichner sein, der am 21. Juni mit den Mitgliedern, Gästen und Freunden der AV-Sektion aus der Lechstadt das Jubiläum vor Ort begehen wird. Es beginnt um 10 Uhr mit dem Morgengruß der Tannheimer Alphörner, ab 11.30 Uhr gibt es eine ökumenische Bergmesse und um 14 Uhr geht es offiziell zum ersten Mal in den Klettersteig Lachenspitze.

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