Vier Millionen fürs Glasfaserprojekt

„Absolute Priorität“ bei den geplanten Maßnahmen in Denklingen hat das Glasfaserprojekt. Darauf hat sich der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung verständigt. Wenngleich das Ergebnis der Kostenberechnung mit rund vier Millionen Euro die ohnehin klamme Gemeindekasse vor eine große Belastung stellt, will das Gremium das Projekt weiterverfolgen. Finanziert werden soll es über ein Darlehen.

„Die Versorgung der meisten Anwesen in unserem Gemein­de­gebiet ist als völlig unzureichend zu bezeichnen“, sagte Geschäftsstellenleiter Johann Hartmann, als er die Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung ohne weitere Diskussion bekannt gab. Viele Grundstückseigentümer warten derzeit ungeduldig auf die Verbesserung der Internetanbindung. Eine hohe Bandbreite steigere den Wohnwert „und ist bei einem Haushalt der Zukunft mit einem Homearbeitsplatz unverzichtbar“, legte Hartmann die Gründe für das Breitbandprojekt dar. Eine Änderung der Planung, so Hartmann weiter, würde zudem „eine nicht absehbare zeitliche Verzögerung verursachen“. Man dürfe nicht dem Trugschluss verfallen, die über­-örtlichen öffentlichen Stellen tun mehr als nötig, um dieses Problem zu lösen. „Dazu sind die Gemeinden des flachen Landes viel zu unwichtig und dazu werden auch die Mittel fehlen“, erklärte der Geschäftstellenleiter. Man habe das Glasfaserprojekt politisch eindeutig zugesagt. „Diese Zusage darf nicht leichtfertig zurückgenommen werden, nur weil nun die ersten Schwierigkeiten aufgetreten sind.“ Gemeint ist das Ergebnis der ersten Kostenberechnung, die sich auf rund vier Millionen Euro beläuft. Noch vor wenigen Wochen hatte Bürgermeisterin Viktoria Horber bei der Vorstellung des Haushaltsplanes betont: „Unser Ziel ist es, eine Neuverschuldung zu vermeiden und die geplanten Maßnahmen nur mit Einnahmen zu finanzieren.“ Jetzt bleibt der Gemeinde angesichts der prekären Haushaltslage nichts anderes übrig, als die genannte Summe komplett über ein Darlehen zu finan­zieren. Dazu legte der Gemeinderat die Obergrenze des Darlehens auf vier Millionen Euro fest. Sollte das Darlehen nicht gänzlich durch das Breitbandprojekt ausgeschöpft werden, so steht der nicht verbrauchte Teil auch für andere Maßnahmen zur Verfügung. „Die vollständige Realisierung des Glasfaserprojektes hat allerdings zeitlichen und sachlichen Vorrang“, betonte Hartmann. Und: „Ein weiteres Darlehen darf nicht vorgesehen werden.“ Den Auftrag zur Erstellung der Breitbandversorgung vergab das Gremium an die LEW TelNet GmbH mit Sitz in Neusäß.

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