Die Vision ist Realität geworden - Starkholzsäge der Wald-Säge Fuchstal in Betrieb – "Weil wir hartnäckig geblieben sind!"

Eine Vision ist Realität geworden: Die Starkholzlinie in Fuchstal in Betrieb. Die Genossenschaft „Wald-Säge Fuchstal“ hat damit ein Projekt realisiert, das in Deutschland bislang einzigartig ist. „Nach langer Zeit der Widerstände ist das Projekt jetzt zu Ende gekommen“, verkündete am Freitag Helmut Pröbstl, Chef des gleichnamigen Sägewerks, das das Vorhaben in Kooperation mit 22 Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbe- sitzervereinigungen aus Schwaben und Oberbayern realisierte.

Dass die Inbetriebnahme erst jetzt möglich war, lag vor allem an den Normenkontrollverfahren, die mehrere Kläger gegen den Bebauungsplan der Gemeinde Fuchstal angestrengt hatten – doch, „zum Glück für die Wald-Säge“ – ohne Erfolg. Die Verfahren hätten den Bau der Säge „sehr behindert und verzögert“ und „sehr viel Geld gekostet“, beklagte Pröbstl anlässlich einer Pressekonferenz zum Start der Anlage. Schongaus Stadtförster Klaus Thien, Vorstand der Wald-Säge Fuchstal, ist jetzt jedenfalls „heilfroh“, dass die Holzwerke Pröbstl dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt haben. „Für den Waldbesitzer ist es wichtig, dass er das starke Holz verkaufen kann“, erklärte Thien. Denn aus Erfahrung wisse er, dass das Starkholz überall vorhanden, aber schwer absetzbar sei. Waldbesitzer, die sich an der Starkholzsäge beteiligen, haben jetzt die Möglichkeit, Holz mit bis zu einem Meter Durchmesser an die Firma Pröbstl abzugeben. Und dies zu besseren Bedingungen als vorher: Während ihnen bisher für einen Durchmesser von über 50 Zentimetern ein Abschlag verrechnet worden war, erzielen sie nun mit Holz von einem Durchmesser bis zu 80 Zentimetern den gleichen Preis – ohne Abschlag. Zudem bekommen Waldbesitzer und sonstige Mitglieder für ihren finanziellen Anteil eine Dividende ausbezahlt. Diesbezüglich sieht Klaus Thien einen klaren Vorteil: Die Leute wüssten genau, wo ihr Geld hingehe, was ja nicht bei allen Anlageformen der Fall sei. „Raus aus den ganzen Fonds und rein in die Betriebe der Region“, formulierte der 2. Vorsitzende, Hugo Wirthensohn, die Idee, die hinter der Anlage steckt. Die Wald-Säge Fuchstal zählt derzeit etwa 700 Mitglieder, die zusammen ein Kapital von rund 700000 Euro eingebracht haben. Den Rest der 6,3 Millionen teuren Starkholzsäge hat die Firma Pröbstl finanziert. Helmut Pröbstl erinnert sich noch gut daran, als die Idee dieser einzigartigen Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern geboren wurde: „Das schafft du nie!“ hätten ihm damals Mitbewerber prophezeit. „Doch wir haben es geschafft, weil wir nicht aufgegeben haben, weil wir hartnäckig geblieben sind“, freut sich Pröbstl heute.

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