In vollem Gange

Vergleich mit der Spielerstadt Las Vegas: Die Derivat-Geschäfte im Landsberger Rathaus beschäftigten auch die 13. Klasse der Fachoberschule. Fotos: Bauch

Laute Chartmusik, tausende Schaulustige und etwa 95 Schulklassen füllten am Lumpigen Donnerstag die Landsberger Innenstadt. Traditionell marschierte der Gaudiwurm der Schulen über den Hauptplatz. Danach tummelten sich Faschingsbegeisterte am Hellmairplatz, die jedoch bei der Kälte wohl bald den Weg in die Diskotheken und Lokale antraten. Nicht ganz so friedlich verlief dann der Abend und die Nacht: Viele Körperverletzungen waren die Folge des Alkoholkonsums.

Mehr Klassen als im vergangenen Jahr konnten die Organisatoren verbuchen. Besondere Neuheit: Sowohl Schlossbergschule als auch Fritz-Beck-Mittelschule entschieden sich für ein gemeinsames Thema für die gesamte Schule. So sah die Schlossbergschule beim Umzug „rot“. Der Euro und die damit verbundenen Probleme, inklusive Derivatenskandal, beschäftigte die Fritz-Beck-Mittel-schule. Überhaupt ließen sich die Schüler von der Politik inspirieren und nahmen kein Blatt vor den Mund: Vom Finanzskandal in Landsberg beziehungsweise „Lands Vegas“, über Griechenland-Pleite bis hin zum bösen „Wulff“. Obwohl es nicht regnete, hatten einige Klassen einen Schirm dabei und nahmen damit den „Euro-Rettungsschirm“ auf die Schippe. Aber auch spaßige Themen fanden Einzug. Der Renner bei den unteren Jahrgangsstufen waren die „Schlümpfe“ und in ihrem letzten Umzug starteten die „Abi-Häschen“ des Ignaz-Kögler-Gymnasiums auf einem Wagen in die „Abitour“. Auch die Abschlussklasse der roten Schlossbergschule war mit einem Wagen unterwegs: Die Erdbeeren freuen sich darauf, dieses Jahr endlich „gepflückt“ zu werden. Aus Sicht der Stadt sei der Umzug nach Plan verlaufen. Pressesprecher Sven Curmann meint: „Es sind alle zufrieden und es gab auch keine weiteren Vorkommnisse.“ Die Polizei allerdings berichtet von eher unfriedlichen Vorkommnissen. In Lokalen in Landsberg und Kaufering kam es zu Körperverletzungen alkoholisierter Narren. Insgesamt nahmen die Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Fürstenfeldbruck und die Beamten der Polizei Landsberg am Donners-tagabend zwölf Anzeigen auf. Polizeisprecher Franz Kreuzer berichtet außerdem: „Auffällig waren die bis zu 2,5 Promille erreichten Alkoholisierungsgrade der Beteiligten.“ Ein Frosch schlug zu: Auf der Tanzfläche des ehemaligen Minimal schlug ein unbekannter, etwa 20 Jahre alter Mann in Froschmaske und dunkler Kleidung einem 30-Jährigen mit einer Bierflasche ins Gesicht. „Er war sogar kurzzeitig bewusstlos und musste im Landsberger Krankenhaus behandelt werden.“ Die Polizei bittet um Zeugenhinweise. Auf einem Parkplatz in der Nähe des Kauferinger Bahnhofs kontrollierten die Beamten in der Nacht zum Freitag einen 26-jährigen Autofahrer, der völlig planlos auf dem Gelände herumrangierte. „Der Grund für sein Verhalten stand schnell fest,“ berichtet Kreuzer. „Er war mit über 1,5 Promille erheblich alkoholisiert.“ Außerdem habe der Mann Drogen konsumiert gehabt und noch nie einen Führerschein besessen.

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