Vorbildliche Versorgung

Drei Edelstahltanks in einem Stahlbetonzylinder mit 31 Meter Durchmesser – diesen Trinkwasser-Hochbehälter bauen die Stadtwerke derzeit im Wald bei Pitzling. Grafik: Stadtwerke

Dass es nach zehn Jahren Projektlaufzeit „Wasser Landsberg 2010“ keine Punktlandung geben wird, ist den Beteiligten im Grunde einerlei. Schließlich steht hinter allem Tun allein eine nachhaltige und langfristig sichere Trinkwasserversorgung für die Lechstadt. Die Ziellinie ist bereits in Sicht und wird im Frühjahr überquert werden – mit der Inbetriebnahme des Hochbehälters bei Pitzling. Derzeit laufen die Rohbauarbeiten für das rund 1,6 Millionen Euro teure Projekt.

Nur zwei über die Wipfel ragende Kräne und unscheinbare Tafeln weisen derzeit auf die Baustelle in dem städtischen Waldstück am Dreieck Kreisstraße LL15 und Verbindungsstraße nach Pitzling hin. Seit Mitte Juli geben dort tagsüber allein die Baumaschinen den Ton an. Der „erste Spatenstich“ erfolgte am 26. Juli und Mitte November soll der Rohbau fertig sein, hofft Norbert Köhler, Vorstand der Stadtwerke Landsberg. Danach erfolge der „Innenausbau“ des Stahlbetonkörpers mit 31 Meter Durchmesser und insgesamt 15 Meter Höhe, zwölf davon sichtbar. Wer die zeitliche Verzögerung beim letzten Bauabschnitt von „Wasser Landsberg 2010“ hinterfragt, den verweist Köhler auf das Innenleben des Hochbe­- hälters. Auch aus Gründen der „optischen Hygiene“, vor allem aber weil’s zukunftsträchtig sei, habe man sich für drei Wassertanks aus Edelstahl entschieden. Mit 11,30 Meter Durchmesser und 8,20 Meter Höhe fasst jeder 800 Kubikmeter Trinkwasser. Der Vorteil gegenüber Betonbehältern liege in der Reini­- gung, die bei Edelstahl einmal wöchentlich automatisch erfolgen könne. Nachteil zum Zeitpunkt der Ausschreibung: Der Stahlpreis war derart hoch, dass sich die Verantwortlichen von Stadt und Stadtwerken ganz schnell von der Punktlandung verabschiedeten. Einige Monate später hatte sich die Lage auf dem Stahlmarkt wieder beruhigt. Verabschiedet haben sich die Stadtwerke auch von einer Photovoltaikanlage auf dem geneigten Flachdach des Hochbehälters. Es heißt, verschiedene Seiten hätten sich gegen diese Form der Energiegewinnung im Wald ausgesprochen. Fachleute bescheinigen der Lechstadt, dass sie nach dem Abschluss des Projekts „Wasser Landsberg 2010“ im Frühjahr kommenden Jahres über „eine der vorbildlichsten Trinkwasserversorgungen in Bayern“ verfüge. Herausragendes Merkmal ist die Vernetzung der drei Brunnen in zwei voneinander unabhängigen Gewinnungsgebieten in Ost und West. Fällt eines aus, gewährleistet das andere die Trinkwasserversorgung der gesamten Stadt. Das ist erst seit drei Jahren der Fall, seit die Städtischen Werke Bauabschnitt 2 nach dem Bau der Pumpstation Teufelsküche mit Restaurant die Verbindung zum Trinkwassernetz im Westen gelegt haben – der Einbau der Leitung unter dem Lech sorgte damals für Aufsehen. Insgesamt 1,8 Millionen Euro verschlang die Position bei Pitzling, der in 2005 der Bau des Hartmahd­- brunnens 2 in der Nähe des Klinikums für rund 750000 Euro vorausgegangen war. Damit werden die drei Bauabschnitte des Projektes „Wasser Landsberg 2000“ mit 4,2 Millio­nen Euro zu Buche schlagen. Auslöser war übrigens ein Hochwasser im August 2000. Gewaltige Wassermengen schossen damals durch die Teufelsküchenschlucht, richteten enorme Schäden an der Bachbefestigung an und legten Trinkwas­- serleitungen frei. „Hätte es nur noch ein paar Tage weitergeregnet, hätten wir ein großes Problem gehabt“, blickt Köhler zurück. Dann nämlich wäre die Wasserversorgung des Landsberger Ostens gekappt worden. Nach der Inbetriebnahme des neuen Hochbehälters kann das 1000-Kubikmeter-Trinkwassereservoire im Bayertor vom Netz gehen. „Dann ist es überflüssig und wir können endlich die Sanierung des Torturmes angehen“, so OB Ingo Lehmann.

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