Groß und Klein verschmelzen

+
Die Fusion erfolge absolut auf Augenhöhe, beteuern die Vorstände der VR-Bank Landsberg-Ammersee und der Raiffeisenbank Weil und Umgebung (von links): Hans-Jürgen Rehberger, Franz Maisterl, Stefan Jörg und Christian Wolf.

Weil/Landsberg – „Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile“. Gemäß diesem Zitat haben die größte und die kleinste Genossenschaftsbank im Landkreis Landsberg ihre Fusionsabsichten bekannt gegeben. Damit sollen nicht nur zwei Banken zusammengelegt, sondern „die neue größere VR-Bank im Landkreis noch stärker und leistungsfähiger für die Menschen in der Region werden“.

Mit der Geschäftsstelle in Schwabhausen ist die VR-Bank Landsberg-Ammersee eG bereits seit vielen Jahren für Kunden der Großgemeinde Weil vor Ort erreichbar und seit einiger Zeit sogar mit zwei Filialen vertreten. Vor mehr als zwei Jahren wurden zwischen den beiden Banken weitreichende Kooperationen, unter anderem für die Bargeldversorgung oder Konsortialkredite, geschlossen. Durch diese Zusammenarbeit sowie einer „Intensivierung der guten nachbarschaftlichen Kontakte auf Vorstandsebene“ in den letzten beiden Jahren sei schließlich der Wille entstanden, zukünftig gemeinsam als große VR-Bank im Landkreis Landsberg zu agieren.

„Wir fusionieren absolut auf Augenhöhe“, beteuert Franz Maisterl, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Weil und Umgebung eG. Dass das angesichts der unterschiedlichen Bankgrößen möglich ist, liege an den Menschen. „Natürlich sind wir hier der kleinere Partner“, räumt Vorstandsmitglied Christian Wolf ein, „aber wir begegnen uns seit den ersten Gesprächen menschlich mit großem Respekt gegenüber dem anderen.“ Und um Menschen geht es, verdeutlicht der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Landsberg-Ammersee eG, Stefan Jörg: „Eine Fusion geht nur mit den Menschen, die es betrifft: Die Mitarbeiter, die Mitglieder und natürlich auch die Kunden.“

Dass die Mitarbeiter beider Häuser diese Fusion nicht nur mittragen, sondern sie auch wirklich wollen, sehe man allein schon am Einsatzeifer. Jörg: „Wir wollen eine Fusion in Rekordzeit verwirklichen.“ Wo andere ein Jahr zur Vorbereitung benötigten, wollen das die Weiler und Landsberger Banker in sechs Monaten schaffen. „Dabei ist es jedoch arbeitsmäßig unerheblich, wie groß eine Bank ist“, erklärt Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Rehberger, „rund 1500 Punkte müssen geprüft und abgearbeitet werden.“ Deshalb sei auch bereits ein Projektteam aus Mitarbeitern beider Banken gebildet worden, das in den nächsten Monaten alle Punkte abarbeiten werde.

„Wir haben die gleiche Geschäftsphilosophie“, so Maisterl. Mit dem Gesundheitszentrum in Weil lebe die dortige Bank das „Mehr als Bank“ bereits seit vielen Jahren. Neben den Bankräumen befinden sich im Gebäude auch eine Apotheke, ein Zahnarzt, ein Allgemeinarzt sowie eine Physiothe- rapie-Praxis. Dasselbe Prinzip verfolgt auch die VR-Bank Landsberg-Ammersee, insbesondere mit ihrem neuen VR-Bank Haus in der Landsberger Altstadt. Auch hier finden die Kunden mit einem Lokal sowie Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen mehr als „nur“ eine Bank.

Hauptgeschäftsstelle

Gerade diese gemeinsame Strategie ist es, die beide Banken auch in Zukunft leben und ausbauen wollen. Die jetzige Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Weil soll modernisiert und ausgebaut werden. Sie wird dann die Hauptgeschäftsstelle der neuen VR-Bank Landsberg-Ammersee eG für den gesamten Marktbereich in der Groß- gemeinde Weil. Damit hat Weil auch in Zukunft eine gewichtige Stimme in einer dann größeren VR-Bank im Landkreis Landsberg am Lech.

„Selbstverständlich schäftigen wir alle Mitarbeiter uneingeschränkt in der neuen Bank weiter“, beteuert Christian Wolf. „Wir haben das Wachstum der letzten Jahre fast ohne zusätzliches Personal geschafft und freuen uns jetzt auf die Verstärkung durch die Mitarbeiter aus Weil“, pflichtet Rehberger bei. Besonders wichtig sei allen vier Vorständen das Bekenntnis zum Landkreis und zur Region. Stefan Jörg für alle: „Wir arbeiten im Landkreis Landsberg, hier treffen wir unsere Entscheidungen und hier fördern und unterstützen wir vor Ort.“ Dass dazu auch die Stärkung des Wirtschaftsstandortes gehört, verstehe sich von selbst, ergänzt Maisterl. „Denn hier im Landkreis werden dann eben auch alle Steuern bezahlt und leben die rund 200 Mitarbeiter und ihre Familien.“

Bereits in knapp drei Monaten sollen die Vertreter- bzw. die Mitgliederversammlung über den Zusammenschluss entscheiden. Den Kunden der neuen größten VR-Bank im Landkreis Landsberg würden dann insgesamt 20 Geschäftsstellen sowie fünf Automatenstandorte zur Verfügung stehen.

Die beiden Banken haben für ihre Mitglieder und Kunden eine spezielle Internetseite eingerichtet, auf denen sie alle wichtigen Informationen zur Fusion zusammengestellt haben: www.vr-ll.de/zukunft.

Meistgelesene Artikel

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare