Bald viertgrößte Genossenschaftsbank Bayerns

Drei Häuser, eine Bank

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Wollen ihre Kräfte bündeln: Josef Pölt (Raiffeisenbank südöstlicher Starnberger See), Bernd Runge, Günter Seger (beide Raiffeisenbank Lech-Ammersee) und Peter Geuß (VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg) planen die Fusion ihrer drei Geldinstitute.

Landsberg – Aus drei Banken wird eine: Die Raiffeisenbank Lech-Ammersee und die Raiffeisenbank südöstlicher Starnberger See sind im Begriff, mit der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg zu fusionieren. Das dann entstan- dene Geldinstitut wird mit einer Bilanzsumme von über zwei Milliarden Euro, rund 500 Mitarbeitern und 41 Geschäftsstellen die viertgrößte Genossenschaftsbank in Bayern sein, wie die Vorstände gestern im Rahmen eines Pressegesprächs mitteilten.

Mit Abstand der größte der drei Partner ist die VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg mit 25 Geschäftsstellen und 372 Mitarbeitern. Die Raiffeisenbank Lech-Ammersee bringt neun Filialen und 66 Mitarbeiter mit, die Raiffeisenbank südöstlicher Starnberger See sieben Geschäftsstellen und 69 Beschäftigte.

Im März führten die Banken die ersten Gespräche in Richtung Zusammenschluss. Die Initiative ging von der Raiffeisenbank Lech-Ammersee aus. „Wir können mit unserer Betriebsgröße den Anforderungen nicht mehr gerecht werden“, räumt deren Vorstand Bernd Runge ein. Zudem stünden er und Vorstandskollege Günter Seger vor dem Erreichen der Altersgrenze und würden sich in absehbarer Zeit zur Ruhe setzen. Der Zeitpunkt für eine Fusion ist also günstig – anders als in der Vergangenheit, als zweimal ein entsprechender Anlauf mit der VR-Bank Landsberg-Ammersee gescheitert sei. „Die Voraussetzungen haben damals nicht gepasst“, so Runge.

Diesmal stünden sowohl die Mitarbeiter als auch die Mitglieder den Plänen positiv gegenüber, auch wenn man Überzeu- gungsarbeit habe leisten müssen. Dabei half die Zusicherung, dass keine Geschäftsstelle geschlossen werde und kein Mitarbeiter seinen Job verlieren solle. Umschichtungen seien jedoch nicht zu vermeiden, weshalb man von der Belegschaft „eine gewisse Veränderungsbereitschaft“ erwarten müsse, so Runge. Dafür biete die neue Bank aber auch attraktivere Karrieremöglichkeiten. Die Raiffeisenbank Lech-Ammersee habe dagegen zuletzt Probleme gehabt, geeignete Auszubildende zu finden, da Bewerber vorzugsweise in größere Häuser streben würden.

Einen neuen gemeinsamen Namen wird es nach der Fusion voraussichtlich nicht geben. Die Bezeichnung soll nach dem sogenannten Frankfurter Modell gewählt werden; will heißen: Jede Bank behält ihren Namen, die beiden kleineren Partner erhalten lediglich den Zusatz „Niederlassung der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg“. Deren Vorstand Peter Geuß will aber nicht ausschließen, dass zu einem späteren Zeitpunkt doch noch ein gemeinsamer Name gefunden wird. „Wir werden nach einem Jahr unserer Mitarbeiter befragen, vielleicht gibt es dann einen innovativen Vorschlag.“

Der rechtliche Sitz der fusionierten Bank bleibe in Starnberg. Der Vorstand soll von zu­nächst acht auf drei bis vier Mitglieder verkleinert werden. Seger und Runge scheiden auf­grund ihres Eintritts in den Ruhestand voraussichtlich als erste aus. Auch der neue Aufsichtsrat soll nach und nach abgeschmolzen werden, wenn dessen Mitglieder aufgrund der Alters­grenze das Gremium verlassen.

Die Raiffeisenbank Lech-Ammersee plant jetzt drei Ortsversammlungen zur Fusion (Len­genfeld, 11. November; Dießen, 17. November; Apfel­dorf, 18. November) und hofft, dass die Mitglieder bei der Generalversammlung im kommenden April das Vorhaben absegnen. Im Juli soll dann die rechtliche und technische Fusion vollzogen werden.

Ulrike Osman

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