Ein Wald fürs Öko-Konto

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An der frischen Luft, und zwar im Waldstück, der bald der Gemeinde gehört: von links Bürgermeister Karg, die Gemeinderäte Weinholzner, Nirschl, Epple, Förster Pertl und Gemeinderat Wolffhardt.

Fuchstal – Ein Hektar groß ist der Wald am westlichen Ortsrand von Leeder, den die Gemeinde Fuchstal im Oktober vom bisherigen privaten Besitzer erwirbt. Die Hälfte des Grundstücks kann fürs Öko-Konto angerechnet werden, wenn die Kommune für Bauvorhaben Ausgleichsflächen nachweisen muss.

Der ein Hektar große Wald steht oberhalb von Leeder am Hanggrundstück. Dort gibt es keine Fichten. Auf dem kiesigen Standort wachsen u.a. Buchen, Eichen, Kirschbäume und die Bergulme. Der Boden sei „optimal“, der Standort mit Blick auf Klimaschutz und gesunde Luft „wertvoll“, so Förster Ludwig Pertl, der im westlichen Landkreis Landsberg für den Körperschaftswald und Privatwald zu- ständig ist. 

Mit diesem Grundstück, das bisher einem Eigentümer aus Untermeitingen gehört hat und nun von der Gemeinde gekauft wird, wächst der Forstbesitz der Gemeinde Fuchstal noch einmal an. Seit 2005 seien zehn Hektar dazu gekommen, rechnete Bürgermeister Erwin Karg neulich bei einer Waldbegehung mit einigen Gemeinderäten und mit Förster Pertl vor. Dieser sagte zum Kauf: „Was Besseres hättet’s Ihr net machen können.“ Der Gemeindewald in Fuchstal umfasst 36 Hektar. Der Rechtlerwald ist 98 Hektar groß und auf drei Flächen in der Flur verteilt. Insgesamt gibt es in Fuchstal 19 verschiedene Wald-orte. Deutlich mehr Fläche als der Gemeinde- und der Rechtlerwald haben private Waldflächen und vor allem das Gebiet, das von den Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet wird. Fuchstal zählt zu den flächengroßen und auch waldreichen Kommunen im Landkreis Landsberg. 

Wie Josef Weber, der Waldreferent im Gemeinderat, bei der Begehung erklärte, wurden in der Saison 2014/2015 gut 1200 Festmeter Holz eingeschlagen. Bei dieser Arbeit kann er sich auf drei Brüder verlassen. Durch den Windwurf nach dem Sturm „Niklas“ seien 1400 Kubikmeter dazu gekommen. Dadurch habe sich die Menge mehr als verdoppelt. Zudem seien die 600 Kubikmeter Brennholz zu erwähnen. Von „massiven Folgeschäden“ spricht Ludwig Pertl vom Amt für Landwirtschaft und Forsten. Allein im Eichwald südöstlich von Asch, dort war die erste von drei Stationen der Waldbegehung mit den Gemeinderäten, sind 800 Kubikmeter Sturmholz angefallen. Wegen der anhaltenden Hitzewelle im Sommer, der zu geringen Niederschläge und wegen des Windes habe das Wasser im Boden „nimmer g’reicht“. Der Borkenkäfer habe kranke Stämme befallen. 

Im Eichwald sei durch Käferschaden ein „richtiges Loch“ gerissen worden. Bei vielen Fichten müsse man den Zuwachs über 20 bis 30 Jahre abschreiben; der wirtschaftliche Schaden gehe in eine sechsstellige Summe. Im Eichwald wurden die Bäume mit einem Raupenprozessor samt 15 Meter langem Ausleger, der bis aus Eichstätt kam, gefällt und aufgearbeitet. Die Wege bzw. Rückegassen sind mit Hackschnitzel wieder verfüllt worden. Die aufgearbeitete Menge, die heuer in der vom Sturm betroffenen Region zwischen dem Allgäu und Miesbach anfalle, drückt auf den Holzpreis. 

Nachhaltig 

Im Rechtlerwald südwestlich von Leeder, der auf über 700 Meter Meereshöhe liegt, betonte Förster Pertl die Notwendigkeit der nachhaltigen Wald- bewirtschaftung. Jeder Eigentümer müsse da konsequent hinterher sein. Es gäbe zwei Möglichkeiten, den Wald zu ruinieren, formuliert der Förster, der sein Büro in Kaufering hat und zudem für die forstliche Beratung im ganzen Landkreis zuständig ist. Die eine sei, dass man zu viel Holz auf einmal aus den Wäldern nehme. Und die andere sei, dass man nichts oder zu wenig daraus mache. In einem u.a. mit Buchen und Birken durchsetzten Mischwald bekräftigte Pertl, dass alle fünf Jahre eine Durchforstung erforderlich sei.

Johannes Jais

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