Machbarkeitsstudie:

Kein Naturbad neben dem Ammersee

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Das Thema Naturbad ist vom Tisch, stattdessen scheint für das Warmfreibad Greifenbad (Foto) laut Studie nur ein Neubau sinnvoll.

Greifenberg – Die Zukunft des Warmfreibads in Greifenberg ist weiter ungewiss. Laut jetzt präsentierter Machbarkeitsstudie spricht einiges gegen eine Umgestaltung zum Naturbad. Die Gutachter empfehlen eher einen Neubau der Anlage als konventionelles – also beheiztes – Schwimmbad mit verkleinerter Wasserfläche.

Eine Umgestaltung zum Naturbad würde bedeuten, dass Greifenberg sein bisheriges Alleinstellungsmerkmal verliert, warnte Stefan Studer vom Planungsbüro Kannewischer, das im Auftrag des Kreistags die Machbarkeitsstudie erstellt hatte. Dass Greifenberg bei Familien so beliebt ist, liege nämlich vor allem an der konstant hohen Wassertemperatur. Fällt dieser Pluspunkt weg, so Studer, sei ein Rückgang der Besucherzahlen auf maximal 40000 im Jahr zu erwarten. Durch die Nähe zum Ammersee und seinen Strandbädern könnten zudem die Eintrittspreise unter Druck geraten.

Außerdem gebe es in dem für das Naturbad angedachten östlichen Bereich des Geländes Probleme mit dem Baugrund, erläuterte Studer. Die Böden seien hier „grundsätzlich nicht geeignet, Bauwerkslasten aufzunehmen“. Würde man an dieser Stelle Schwimmteiche anlegen, wären Setzungen im Untergrund sowie Aufschwemmungen bei Ablassen des Wassers zu erwarten. Dies könne „ohne besondere Eingriffe in die Grundwasserverhältnisse nicht verhindert werden“.

Neubau?

Ein Neubau des Warmfreibads in verkleinerter Form ließe sich laut Studie für rund drei Millionen Euro realisieren und wäre damit genauso teuer wie eine Grundsanierung der jetzigen Anlage, die mit 1269 Quadratmeter Wasserfläche als überdimensioniert gilt. Die Studie schlägt vor, das bisherige 33-Meter-Becken zu einem 25-Meter-Schwimmerbecken umzubauen, das Kinderplansch­- becken zu sanieren und ein neues Nichtschwimmerbecken anzulegen. Das bisherige Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken würden entfallen.

Im Gespräch ist ein Verkauf dieses Grundstücksteils an das benachbarte Hardy's Fitnes-Studio, um mit dem Erlös den Neu­bau zu finanzieren. Das Gutachten empfiehlt, beim Schwimmbadbetrieb Synergien mit Hardy's zu nutzen. Bleibt Greifenberg ein Warmfreibad mit attraktivem Angebot für Familien, geht man von bis zu 45000 Besuchern im Jahr aus.

Weichenstellung

Die Studie soll zunächst in den Kreistagsfraktionen beraten werden. Landrat Walter Eichner stellte die Frage in den Raum, ob man vor der Kommunalwahl im März überhaupt noch Beschlüsse in dieser Sache fassen oder ob man das Thema dem neuen Kreistag überlassen solle, der im kommenden Mai die Amtsgeschäfte aufnimmt. „Das ist eine Weichenstellung“, so Eichner. Die amtierenden Kreisräte seien zwar in die Materie eingearbeitet, „aber es ist doch eine größere Baustelle“. Außerdem liege noch keine Aussage der Gemeinde Greifenberg hinsichtlich der Schaffung von Baurecht vor.

Ulrike Osman

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