Nix war’s mit der Begrenzung

Der Beschluss war nur von kurzer Dauer. Vier Monate nachdem der Gemeinderat entschieden hat, die sogenannte Lechstraße für Schwerlaster zu sperren, ist der Vorgang schon wieder Vergangenheit. Das ist das Ergebnis eines jüngst stattgefundenen Ortstermines.

Der Reihe nach. Im Oktober verhängte der Gemeinderat für die Straße, die von Scheuring zum unmittelbar am Lech gelegenen „Zollhaus“ führt, das Aus für alle Laster, die mehr als 3,5 Tonnen auf dem Buckel haben. Auf der engen Straße sei einfach die Verkehrssicherheit für die anderen Teilnehmer nicht mehr gewährleistet. Doch das Landsberger Landratsamt machte dem Scheuringer Vorhaben jetzt einen Strich durch die Rechnung. Bei einem Treffen mit Vertretern von Polizei, Landratsamt und Gemeinde inklusive Bürgermeister wurde bekannt, dass die schon be­- schlossene Beschränkung mehr oder weniger unzulässig ist. „Es handelt sich in dem Fall um eine Ortsverbindungsstraße, die dem öffentlichen Verkehr gewidmet ist“, erklärte Rathaus­chef Manfred Menhard. Ein Beschränkung auf 3,5 Tonnen wä­- re, wenn überhaupt, nur kurzfristig möglich. Das wäre etwa der Fall, wenn durch den bestehenden Schwerverkehr massive Straßenschäden zu befürchten sind. Eine andere Möglichkeit wäre aber auch eine Abstufung der Straße. „Das hätte aber den Nachteil, dass wir den jährlichen Zuschuss zum Straßenunterhalt verlören", stellte Menhard klar. Er möchte lieber nicht auf die 2400 Euro verzichten und befürchtet zudem, dass der gesamte Verkehr bei einer Begrenzung über die ohnehin schon belastete Hauptstraße abgeleitet würde. Bei dem Ortstermin wurde ein ganz anderes Dilemma offenbart: Selbst die momentanen Beschränkungen haben eigentlich keine Gültigkeit. Schilder für die Katz’ Auf die Frage von Gemeinderat Thomas Klarer, ob die angebrachten Schilder damit für die Katz’ seien, bekam der Gastwirt ein deutliches „Ja“ zu hören. Das brachte aber wiederum seinen Kollegen Andreas Kurz auf die Palme. „Ja sind wir hier denn in einer Bananenrepublik?“, schimpfte der Freie Wähler. „Wenn ich die Schilder ignoriere, passiert mir trotzdem nichts, das ist doch Wahnsinn.“ Sichtlich in Rage geraten legte Kurz gleich noch einmal nach. „Wenn den Herren nicht passt, was wir entscheiden, dann sollen sie mal rauskommen und sich das anschauen.“ Der Ärger des Scheuringer Gemeinderats blieb im Gremium zwar nicht ungehört, am Ende wurde aber bei zwei Gegenstimmen entschieden, den Begrenzungsbeschluss vom Oktober wieder auf­zuheben.

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