Nach sieben Jahren:

Endlich wieder ein WC am Geltendorfer Bahnhof

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Per Kran wurde der neue Toiletten-Container letzte Woche am Geltendorfer Bahnhof aufgestellt, seit Montag ist er in Betrieb.

Geltendorf – Man will es gar nicht glauben: Ab kommenden Montag finden Fahrgäste am Geltendorfer Bahnhof wieder das vor, was seit Jahren von vielen vermisst wurde: eine funktionierende WC-Anlage.

Der behindertengerechte Toiletten- Container wurde diese  Woche per Kran an der Ecke Bahnhofstraße/Am Bahnhof aufgestellt. Um die Anlage zu besichtigen, traf sich der Gemeinderat kurz vor seiner jüngsten Sitzung zum „Örtchen-Termin“. Hier konnten sich die Ratsmitglieder davon überzeugen, dass alles funktioniert.

Ein rotes und ein grünes Lämpchen über der Tür geben Auskunft darüber, ob besetzt oder frei ist. Die Tür wird automatisch verriegelt, sobald jemand den Container betreten hat. Per Knopfdruck lässt er sich von innen wieder öffnen. Wer sich zu viel Zeit nimmt, hört nach 15 Minuten einen Warnton. Dann wird die Verriegelung automatisch gelöst, es sei denn, man schließt von innen noch einmal ab – danach bleibt das Häuschen zu, aber nur noch für weitere zwei Minuten, wie Bürgermeister Wilhelm Lehmann (Unabhängige Bürger) erklärte.

Bei der Wahl des Containers legte die Gemeinde Wert darauf, dass er möglichst wenig Aufwand verursachen soll: innen vandalismussicher, außen graffiti-resistent. Spülung, Seifenspender und Wasserhahn funktionieren per Knopfdruck, der Toilettensitz wird nach jeder Benutzung in die Rückwand eingezogen und dort automatisch gereinigt. Ein Fußbodengitter unter dem Urinal soll den Verunreinigungen vorbeugen, die durch Unachtsamkeit entstehen. Die Gemeinde will aber auch eine Reinigungskraft einstellen, die die Anlage einmal täglich säubert.

Rund 120000 Euro hat das WC-Häuschen inklusive der Aufbauarbeiten gekostet. Von der Bezirksregierung erhielt die Gemeinde 37500 Euro als Zuschuss, muss dafür aber darauf verzichten, von den Benutzern des WCs eine Gebühr zu verlangen.

Unzumutbar

„Die Toilette war lang ersehnt und wird dringend benötigt“, stellte Lehmann fest. Seit die Bahn 2007 das Bahnhofsgebäude an eine Investmentgesellschaft verkauft hatte, war die dortige WC-Anlage geschlossen – sehr zum Leidwesen von Fahrgästen und auch der Anwohnern, deren Gärten häufig als Pissoir missbraucht wurden. „Was die Bahn uns da angetan hat, war unzumutbar“, sagte Lehmann.

Ulrike Osman

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