Windkraft im Fuchstal:

Der Druck wächst

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Nächste Woche wird der Fuchstaler Gemeinderat entscheiden, ob die vier geplanten Windkraftanlagen weiter nach Osten gerückt werden sollen.

Fuchstal – Vor einem „wegweisenden Beschluss“, so Bürgermeister Erwin Karg, stehen die Gemeinderäte von Fuchstal, was das weitere Vorgehen beim Thema Windkraftanlagen betrifft. Auf der Sitzung am 12. März soll ein Grundsatzbeschluss dazu gefasst werden, ob die vier geplanten Windkraftanlagen im Südwesten der Gemeindeflur 400 Meter nach Osten gerückt werden.

Somit könnte das bisherige langwierige Verfahren im Bebauungsplan eingestellt werden, weil der Abstand zur Ortschaft Frankenhofen (Gemeinde Kaltental) dann mehr als 2000 Meter beträgt. Die 10H-Regelung beim Abstand zur Wohnbebauung wäre damit erfüllt, ein langwieriges Bebauungsplanverfahren nicht mehr erforderlich.

Auf der anderen Seite bedeutet diese Variante, dass der Abstand nach Dienhausen im Osten geringer wird. Dorthin sind es dann nur 3,1 Kilometer, nach bisheriger Planung sind es 3,5 Kilometer.

Ob mit der neuen Situierung noch mit dem gleichen Windertrag zu rechnen ist? Rathauschef Erwin Karg erklärt, dass die Option „minimal schlechter“ sei gegenüber der bisherigen Variante im Waldgebiet Kingholz 400 Meter weiter westlich. Doch gibt er zu bedenken, dass die Alternative ohne langwieriges Verfahren zum Bebauungsplan durchzuziehen sei.

Denn beim Thema Windkraftanlagen nimmt der zeitliche Druck zu. Der Bürgermeister verweist auf das Datum 1. Januar 2017. Ab dann müsse laut Gesetz der eingespeiste Strom selbst vermarktet werden, was zu einem Preisverfall führe. Er drängt darauf, dass die vier Windkraftanlagen bis Ende 2016 in Betrieb gehen, solange es noch eine feste Einspeisevergütung gibt. Und zuvor müsse vom Baubeginn der Windräder bis zum Anschluss an das Stromnetz mit einem Jahr gerechnet werden.

Bereits auf der letzten Sitzung beschlossen haben die Fuchstaler Gemeinderäte ein Fachgutachten. Dabei geht es um die Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Das Fachgutachten, das vom Landesamt für Denkmalpflege gefordert wird, erstellt Landschaftsarchitekt Dr. Sören Schöbel aus Glonn, der auch Professor an der TU München ist. Kosten: 8600 Euro.

Dr. Sören Schöbel hatte bereits 2013 das „landschaftsästhetische Gutachten“ zur damaligen „Großwindfarm Denklingen/Fuchstal“ abgefasst. Dieses Großprojekt ist inzwischen vom Tisch. Zudem hat er 2014 untersucht, wie sich Windräder in der südlichen Peitinger Flur auf die Wieskirche (UNESCO-Weltkulturerbe) auswirken.

Auf Anfrage des KREISBOTEN erklärt Dr. Sören Schöbel, dass es nicht darum geht, ob im Hintergrund von Baudenkmälern die Windräder südwestlich von Leeder zu sehen sind oder nicht. Vielmehr sei entscheidend, ob die „prägende Wirkung“ der Denkmäler in der Landschaft erhalten bleibe beziehungsweise zerstört werde. Miteinbezogen wird die Auswirkung auf die Sichtachse bei Denkmälern wie der Wallfahrtskirche Vilgertshofen, des Klosters Wessobrunn, der Basilika in Altenstadt und des alten Schlosses in Osterzell.

Johannes Jais

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