Weil die neuen Hosen lockten

Ein 20-Jähriger, der bereits wegen Körperverletzung einsitzt, ist wegen eines weiteren tätlichen Angriffs erneut verurteilt worden. Der Landsberger hatte einem gleichaltrigen Mithäftling in der Jugendstrafanstalt Neuburg-Herrenwörth die Nase gebrochen. Das Gericht stockte deshalb die Haftstrafe kräftig auf – von einem Jahr und zehn Monaten auf drei Jahre.

Er hätte sich mit dem Angeklagten zunächst „optimal verstanden“, berichtete der Geschädigte Viktor T. (Name geändert). Beide arbeiteten als Gebäudereiniger und hatten Zutritt zur Wäschekammer. Der Angeklagte schmuggelte von dort neue blaue Anstaltshosen zu Mithäftlingen („man ist mehr wert, wenn man sich schöner anzieht“) und forderte auch Viktor T. dazu auf. Der aber wollte keinen Verweis kassieren und lehnte ab. Daraufhin brach der Angeklagte ihm mit der Faust die Nase, versetzte ihm einen Kopfstoß und Fußtritte. Noch heute hat der 20-Jährige täglich Nasenbluten und Atemprobleme. Der Angeklagte habe in der Knast-Hierarchie („Opfer, Normale und Kings“) zu den „Kings“ aufsteigen wollen, berichtete Viktor T. Richter Alexander Kessler sah darin keinen Entschuldigungsgrund. Die sieben zum Teil einschlägigen Vorstrafen des 20-Jährigen und ein unglaubhaftes Teilgeständnis wogen schwer. Statt noch in diesem Jahr entlassen zu werden, bleibt er drei Jahre in Haft.

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