Weiter an der Spitze

Erlitt gegen Eching eine schmerzhafte Verletzung an Knöchel und Knie: Landsbergs Spielertrainer Sven Kresin. Foto: Krivec

Ganz verschmerzt hatte TSV-Spielertrainer Sven Kresin das 6:3 (6:0) gegen Eching am Montag noch nicht, doch das lag weniger am Spielverlauf als an der Verletzung, die ihm Echings Stürmer Peter Enckell mit einem rotwürdigen Foul in der 80. Minute beigebracht hatte. Knöchel geschwollen, Schmerzen im Knie: Für den 34-Jährigen stand zu Wochenbeginn erst einmal ein Arztbesuch an. Erfreulicher ist da schon die Tabellensituation: Mit dem klaren Erfolg verteidigte der TSV nicht nur die Führung in der Landesliga Süd, sondern baute den Vorsprung auf Platz zwei sogar auf zwei Zähler aus.

Anlass zur Kritik gab es nur während der zweiten Hälfte gegen Eching. Die Landsberger nahmen angesichts des deutlichen Vorsprungs bei den tropischen Temperaturen die Zweikämpfe plötzlich nicht mehr an, ließen in der Defensive ihre Gegenspieler teilweise nach Belieben gewähren und erlaubten ihnen so noch drei Treffer durch Hrgota (50./54.) und Enckell (87.). In Gefahr geriet man dennoch nicht mehr, obwohl Heiland im TSV-Tor auch noch zwei Elfmeter der Gäste abwehren musste (Hrgota, 30./Enckell, 65.). Zu deutlich überlegen war man bereits im ersten Abschnitt gewesen. Nach einer perfekten Flanke von Leszczinsky wuchtete Kares den Ball schon nach 13 Minuten sehenswert mit dem Kopf zum 1:0 ins Tor, eine schöne Kombination dieser beiden mit Muriz Salemovic schloss Leszczinsky zum 2:0 ab (22.), drei Minuten später verlängerte Salemovic selbst eine Flanke von Kares zum 3:0. Eching fand in dieser Phase nicht statt und war selbst damit überfordert, zumindest den Ball aus dem eigenen Strafraum zu bringen. Sowohl am 4:0 durch Bonfert (28.) als auch beim 5:0 durch Michelini (37.) beteiligten sich die Echinger dann auch als unfreiwillige Vorlagengeber. Kurz vor der Halbzeit schloss Salemovic einen Konter dreier Landsberger sehenswert zum 6:0 ab. Angesichts der Torflut wollte Kresin auch nicht lange mit der zweiten Hälfte hadern. „Als Trainer ärgert man sich natürlich, aber ich will der Mannschaft keinen Vorwurf machen, so etwas passiert mal. Man merkt dann eben auch, dass wir in vier Wochen schon acht Spiele hatten, darunter das schwere beim 0:0 in Aichach, wo wir 20 Minuten mit einem Mann weniger spielen mussten, aber trotzdem besser waren.“ Schweres Programm Leichter wird es in den kommenden Wochen nicht, auch wenn der Spielplan nicht mehr so dicht gedrängt ist. Fürstenfeldbruck, Wolfratshausen, Burghausen und Kottern heißen die nächsten Gegner, allesamt ambitionierte Teams, „das ist natürlich ein knüppelhartes Programm“, so Kresin. Zunächst geht es am kommenden Sonntag (17 Uhr) in die Nachbarschaft nach Fürstenfeldbruck. „Das ist eine junge, dynamische Mannschaft wie der FCA, die sind eklig zu spielen. Das haben wir in der letzten Saison ja gemerkt, da haben wir uns schwer getan.“ Dass man dort trotzdem nicht hinfährt, um die Punkte abzuliefern, ist allerdings auch klar. „Von der Tabellenspitze grüßen zu dürfen, ist ja wie ein Geschenk und das wollen wir so lange wie möglich behalten. Verteidigen können wir das nur mit Fleiß, Arbeit und Bereitschaft und indem wir wirklich konzentriert in jedes Spiel gehen.“ Dass seine Truppe auch am Saisonende den Platz an der Sonne behält, erwartet Kresin aber nicht unbedingt. „Platz acht ist das Ziel des Vereins in dieser Saison. Wir haben im Moment sieben Punkte Vorsprung auf Platz neun, wenn wir die halten können, wäre ich froh.“ Dumm nur: Bei diesem Vorhaben wird in den nächsten Monaten der beste Landsberger Stürmer nicht mithelfen können. Aus beruflichen Gründen verschlägt es Stefan Strohhofer (fehlte gegen Eching verletzt) ab sofort ins Ausland, seine Rückkehr ist für Januar geplant, womit er für den TSV erst zum Rückrundenstart im März wieder auflaufen kann. „Adäquat ersetzen kann man „Strohi“ kaum“, so Kresin. „Aber wir haben viele hungrige junge Spieler, die in der Lage sind, Tore zu schießen. Wir müssen das auf mehrere Schultern verteilen.“ Allerdings fallen in dieser Woche wieder einige Spieler im Training wegen Urlaubs aus – bereits am Sonntag musste Robert Woykos Ersatztorwart Marc Freier deshalb auf der Bank vertreten. Aus anderen Gründen müssen die Landsberger voraussichtlich auf Torhüter Markus Obermayer verzichten: Der war beim 0:0 in Aichach wegen Handspiels vom Platz geflogen und muss wohl mit zwei Spielen Sperre rechnen. Dagegen rechnet Kresin bald mit der Rückkehr eines alten Bekannten in der Verteidigung. „Wir haben eine Vereinbarung mit Manuel Kirschenhofer, dass er wieder für uns spielt, wenn er beruflich in die nähere Umgebung versetzt wird. Das dürfte jetzt der Fall sein, deswegen gehe ich fest davon aus, dass er in den nächsten ein bis zwei Wochen wieder ins Training einsteigt“, so Kresin über seinen Innenverteidiger. Dann könnte der Spielertrainer, der derzeit Kirschenhofers Part übernehmen muss, wieder ins defensive Mittelfeld vorrücken.

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