Mit Traktor auf Pilgerreise

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Hubert Berger aus Unterdießen ist mit seinem Gespann weiterhin auf Weltrekord-Jagd – unter anderem am Nordseestrand in Dänemark.

Unterdießen – Momentan zieht Hubert Berger mit seinem 46 Jahre alten Eicher Tiger 2 Kreise in Europa. Anfang Juni musste der Unterdießener seine Weltumrundung nach einem Monat, neun Ländern und rund 3.300 zurückgelegten Kilometern in der Ukraine aus finanziellen Gründen abbrechen (der KREISBOTE berichtete). Kurz vor der Rückkehr in die Heimat, fällt Berger allerdings den Entschluss, wenigstens den Weltrekordtitel „longest journey by tractor“ weiter zu jagen – nicht zuletzt wegen zwei Tafeln Schweizer Schokolade.

Wie bereits mehrfach berichtet, startete Hubert Berger am 8. Mai vom Landsberger Hauptplatz in die Welt. Seine Mission: Fünf Kontinente, 33 Länder und 50.000 Kilometer. Doch nach nur einem Monat ist Schluss. Irgendwo zwischen Moldawien und der Ukraine fällt er den Entschluss: „Das Projekt Weltumrundung ist gestorben.“ Gründe dafür sind vor allem finanzieller Natur. 30.000 Euro hat Berger bis dahin verbraucht, Spenden sind aber keine mehr bei ihm eingegangen.

Vergangene Woche meldet sich Berger aus Lindau am Bodensee. „Habe mittlerweile über 20.000 Kilometer auf dem Tacho, 26 Länder bereist und werde fast überall als große Attraktion bewundert“, schreibt Berger an den KREISBOTEN. Zum Weltrekord „longest journey by tractor“ fehlen dem 59-Jährigen also nur noch rund 2.000 Kilometer, die er bis ungefähr Ende Oktober zurückgelegt haben will. Der Traktor laufe weitestgehend gut, auch wenn die Kleinigkeiten größer und häufiger werden, erklärt der gelernte Kfz-Mechaniker.

Fast gescheitert

Beinahe wäre neben dem Projekt Weltumrundung aber auch das Projekt Weltrekord gescheitert. Denn Berger war enttäuscht und wollte hinschmeißen. Doch auf dem Rückweg von der Ukraine gen Westen, landete der Weltenbummler auf einem Campingplatz in Polen. Dort traf Berger auf ein Schweizer Ehepaar, das sofort von seiner Idee begeistert gewesen sei und ihm gleich Campinggebühr und Abendessen sponserte. „Zum Abschied am nächsten Tag brachten sie mir noch zwei Tafeln Schweizer Schokolade und meinten, es wäre aber doch schade um den Weltrekord-Titel“, beschreibt Berger das Erlebnis auf seiner Homepage.

Statt nach Hause zu fahren, machte er sich mit seinem Eicher Baujahr 1970 auf den Weg nach Norden zum Nordkap. Mittlerweile war der 59-Jährige mit seinem Gespann bereits in England, Schottland, Portugal und mit den Jakobswegpilgern sogar in Santiago de Compostela in Spanien. „Ich selbst habe mich von den Strapazen Spaniens und Portugals mit Temperaturen wochenlang über 40 Grad allmählich wieder erholt und hoffe, den Rest unbeschadet zu überstehen“, so der Weltrekord-Jäger. Auch sein Gespann benötigte kleinere Reparaturen. Die Zugdeichsel vom Wohnwagen war gebrochen, im ohnehin schon abgefahrenen Vorderreifen des Traktors steckte eine Schraube – glücklicherweise ganz in der Nähe seines Sponsors bei Landmaschinen Schmid von den Eicher-Ersatzteilen Ganacker. Nach seiner kurzen Pause am Bodensee, steht nun das nächste große Ziel, die Türkei, auf dem Plan. „Und wenn das geschafft ist, möchte ich eigentlich nach Hause fahren und schließlich bis ungefähr Ende Oktober meine Reise mit einem Weltrekordtitel beenden“, so der Abenteurer.

Gerne würde Berger seine Rückkehr gebührend feiern. „Das hängt aber davon ab, ob ich dafür einen Sponsor auftreiben kann, der so einen Empfang organisieren und vor allem finanzieren könnte“, hofft Hubert Berger.

Astrid Neumann

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