Zu wenig Druck

Student Rasso Schorer aus Igling erstellte im Rahmen seiner Bachelorarbeit Fragebögen, die in Absprache mit der Seniorenbeauftragten Barbara Juchem (links) an die einzelnen Gemeinden im Landkreis Landsberg verteilt wurden. Foto: Müller

Gemeinden und Landkreis sind dabei, ihre Seniorenarbeit besser zu vernetzen. Wie die Seniorenbe- auftragte des Landkreises Barbara Juchem jüngst berichtete, soll eine Freiwilligenagentur aufgebaut und eine Plattform geschaffen werden, auf der die Gemeinden ihre Aktivitäten bekannt machen können.

Die EU hat das Jahr 2012 zum „Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ ausgerufen. Die Potentiale Älterer sollen genutzt, Klischees abgebaut und das eigenständige Leben von Senioren gefördert werden. Ziel ist es, in eine Kultur des aktiven Alterns zu schaffen. „Dies ist ein wichtiges Signal in Zeiten, in denen die Älteren immer mehr und die Jüngeren immer weniger werden“, so Juchem auf der jüngsten Sitzung des senioren- und sozialpolitischen Kreistagsausschusses. Die Stelle zum Aufbau der Freiwilligenagentur im Landkreis sei inzwischen wieder besetzt, berichtete die Senio-renbeauftragte. Zur Klärung der umfangreichen Versicherungsfragen, die sich in diesem Zusammenhang auftun, soll ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Um zu untersuchen, ob und wie sich die Situation älterer Menschen in den einzelnen Gemeinden verändert hat, wurde die Fragebogenaktion von 2009 im vergangenen Jahr wiederholt. Die Fragebögen erstellte der Student Rasso Schorer aus Igling im Rahmen seiner Bachelorarbeit zum Thema „Versor-gungslage älterer Menschen auf dem Land am Beispiel des Umlandes von Landsberg am Lech“. Schorer übernahm auch die Auswertung und in seinem anschließendem Praktikum im Landratsamt stellte er dem senioren- und sozialpolitischen Kreistagsausschuss in einem Bericht die Ergebnisse vor. Sein Fazit ist, dass der Gemeindegröße und Einwohnerzahl eine gewichtige Bedeutung zukommt. „Diese Erkenntnis ist nicht unbedingt neu, wird hier aber nochmals akzentuiert“, so der Student. Die Gründe lägen oft auf der Hand: Sei es im Bereich der hausärztlichen Versorgung oder im täglichen Bedarf – insbesondere kleinere Siedlungsformen stießen an die Grenzen der Machbarkeit. Ein Patentrezept zur Verbesserung der Situation gebe es nicht, doch „Kooperationen mit verschiedensten Partnern und überer Gemeindegrenzen hinweg dürften weiter an Wichtigkeit gewinnen.“ Besonders bei der Umsetzung des seniorenpolitischen Konzepts des Landkreises spielen daher auch die Gemeinden eine wichtige Rolle. „Bei Desinteresse der Gemeinden kann das Konzept nicht umgesetzt werden“, so Juchem. Entscheidend seien außerdem finanzielle und zeitliche Ressourcen sowie Präsenz vor Ort und intensive Öffentlichkeitsarbeit. „Seniorenpolitik ist ein Zukunftsthema und muss Chefsache sein“, bilanzierte Juchem. Sie forderte gleichzeitig die Älteren auf, ihre Bedürfnisse deutlicher zu artikulieren. „Von den Senioren selbst kommt noch zu wenig Druck.“

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