Weniger Autos, mehr Busse und Fahrräder

Um etwa 12000 bis 13000 Fahrzeuge täglich hat die neue B17 die Kauferinger Ortsdurchfahrt entlastet. Trotzdem gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten, die Bürgermeister Dr. Klaus Bühler und andere Fachreferenten im Rahmen eines Gesamtverkehrsplanes bei der Bürgerversammlung am Freitagabend vorstellten. Das Interesse der Bürger war groß – die Gaststätte Lechau bis auf den letzten Platz besetzt.

Bereits in der Sitzung vor drei Wochen hatte der Marktgemeinderat dem Planungsbüro „gevas“ den Auftrag erteilt, einen Gesamtverkehrsplan zu erstellen. Der verantwortliche Ingenieur Werner Frey erläuterte die bisherigen Analysen und Prognosen und stellte die Planungen vor, wobei er betonte, alle Aspekte des Straßenverkehrs mit einbeziehen zu wollen. Daher erklärte Gemeinderatsmitglied Hans Koch (SPD) in Vertretung von Dietmar Winkler vom Landratsamt, wie man das Busliniennetz in Kaufering erweitern wolle. Die seit 20 Jahren existierende Buslinie soll künftig ganztägig fahren, der Fahrplantakt enger gestaltet werden, so dass insgesamt 72 Bahnverbindungen bedient werden können. Zudem soll eine bessere Anbindung an Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden. Ein kleiner Wermutstropfen: der Ortsbus wird dann nicht mehr kostenfrei sein, die Tarife blieben aber dank einer eigens für Kauferinger „Binnenfahrten“ geschaffenen „Zone 0“ mit 1,10 Euro deutlich unter den Landsberger Ticketpreisen. Im Herbst wird es voraussichtlich noch einen kostenlosen „Schnuppermonat“ geben, um die Akzeptanz des neuen Fahrplanes zu testen. Auch die Kompetenz des ADFC soll einbezogen werden. Wie Martin Baumeister und Bernd Peter erläuterten, soll der Landsberger Fahrradclub gemeinsam mit der „gevas“ das Fahrradwegenetz in Kaufering analysieren und optimieren. Durch diese Maßnahmen, so hofft Koch, könnten ein Teil der innerörtlichen Autofahrten vermieden werden, zumal mithilfe eines Fragebogens, der an 2500 Haushalte verteilt werden soll, die Ideen und Wünsche der Bürger nachgefragt werden sollen und ein klareres Bild der typischen Verkehrswege der Bürger entstehen kann. Ideen, um den Durchgangsverkehr noch weiter zu verringern, erläuterte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. Er möchte den Kfz-Verkehr, der aus Richtung Landsberg kommend Kaufering durchquert, um bei Hurlach auf die B17 neu zu gelangen, bereits an der Viktor-Frankl-Straße abfangen mittels Kreisverkehr und einen besseren Ausbau der Kreisstraße nach Igling einen schnelleren Zugang zur neuen Bundesstraße ermöglichen. Dazu wird zurzeit mit der Deutschen Bahn verhandelt, um den beschrankten Bahnübergang etwas weiter nördlich durch einen unbeschrankten zu ersetzen. Die Kosten für diese Maßnahme von etwa 900.000 Euro würden zu je einem Drittel von der Bahn, dem Landkreis und der Gemeinde getragen. Der Gemeindeanteil würde sich allerdings durch Fördermaßnahmen weiter reduzieren, erklärte Bühler. Zwei weitere Maßnahmen, die bereits im Haushalt vorgesehen sind, wären die Errichtung einer Südost-Spange als Verbindung der Kreuzung B17/Viktor-Frankl-Straße in Höhe des Biomasse-Heizwerks bis zum Viehweideweg, und einer Nord-Ost-Spange als Verlängerung der Hessenstraße. Ein Vorhaben, das allerdings nicht die gleiche Priorität habe, sei die Anhebung der Bayernstraße und der Schaffung einer neuen Kreuzung. Auch das Bürgerforum Kaufering stellte seine Pläne vor. Wolfgang Haberecht (Grüne), einer der Sprecher, bezweifelte den Sinn der vorgestellten Verkehrsplanung und forderte die Erstellung eines Ortsentwicklungsplanes (der KREISBOTE berichtete). Wichtiger als ein schneller Straßenbau sei es, Ideen für eine langfristige Ortsentwicklung zu sammeln. Besonders die Gestaltung der freiwerdenden Fläche an der Bayernstraße erfordere eine sorgfältige Planung. Legt man aber die Stimmung der am Freitag ver- sammelten Bürgerinnen und Bürger als Gradmesser zugrunde, dürfte den Kauferingern an einer raschen Lösung der Verkehrsproblematik gelegen sein…

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