Alkohol und zu hohes Tempo

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Herkömliche Geschwindigkeitsüberwachungen (Foto) sind zu auffällig, deshalb favorisiert die Landberger Polizei den Einsatz der „Laserpistole“.

Landsberg – Im Landkreis haben sich im vergangenen Jahr 2910 Verkehrsunfälle ereignet, 44 weniger als 2013. Dabei waren sechs Tote zu beklagen. 665 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Das ist die Bilanz, die der Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, Alfred Geyer, und Verkehrssachbearbeiter Franz Kreuzer jüngst vorstellten.

Rund die Hälfte der 2910 Unfälle waren sogenannte Kleinunfälle, die von den Beamten protokolliert wurden. Während die Zahl aller Unfälle in den letzten Jahren sich nur unwesentlich veränderte, gibt es einen Trend, der die Ordnungshüter erfreut: Sowohl die Zahl der Verletzten als auch der Toten ging im Laufe der Jahre weiter zurück. Franz Kreuzer sagte, dies sei vor allem der modernen Sicherheitstechnik in den Fahrzeugen zu verdanken. 

Trotzdem bleibt eine der Hauptunfallursachen zu hohe Geschwindigkeit. Bei 265 Unfällen wurden 121 Menschen verletzt, zwei verloren ihr Leben. Einer der Fälle passierte drei Tage vor Weihnachten. Ein Quadfahrer kam aufgrund erhöhter Geschwindigkeit zwischen Lengenfeld und Hagenheim von der Straße ab, fuhr noch etwa 80 Meter an der Böschung weiter, bis ein Baum seine Fahrt abrupt stoppte. Der 24-Jährige wurde schwer verletzt und verstarb schließlich trotz Einsatz eines Rettungshubschrauber. 

Fehler beim Überholen, Vorbeifahren und falsche Straßenbenutzung waren laut Polizeistatistik in 26,9 Prozent Unfallursache, bei 15 Prozent wurde die Vorfahrt der anderen Verkehrsteilnehmer nicht beachtet, in 12,3 Prozent der Fälle sorgte ein ungenügender Sicherheitsabstand für den Crash. 

Problemfall Alkohol 

Das Fahren unter Alkoholeinfluss spielte weiterhin eine unrühmliche Rolle. Während der Großteil der Trunkenheitsfahrten zum Glück ohne Unfall in einer Polizeikontrolle endete, verzeichnet die Polizeistatistik im letzten Jahr 44 Unfälle mit 22 Verletzten, die eindeutig auf Alkohol zurückzuführen waren. Tote gab es zum Glück nicht. In 30 Fällen konnten Polizeibeamte eine Trunkenheitsfahrt verhindern. Bei zwei Unfällen waren Drogen bei den Fahrern im Spiel. Sechs Menschen wurden dabei verletzt. Auch hier gab es keine Toten. Neun Fahrten unter Drogeneinfluss blieben folgenlos. Die Landsberger Polizei will in diesem Jahr die Alkohol- und Drogenkontrollen intensivieren, betonte Franz Kreuzer. 

Mit der Pistole 

Auch die Laserpistole soll bei Geschwindigkeitsübertretungen wieder verstärkt zum Einsatz kommen. Da Radarkontrollen von den Autofahrern meist schnell erkannt werden, sei diese Form der Geschwindigkeitsüberwachung effektiver. 2014 wurde das Gerät an 161 Stunden eingesetzt. 483 Autofahrer wurden angehalten, 263 von ihnen erhielten Anzeigen, 220 kamen mit einer Verwarnung davon. 

Ein Sorgenkind sind auch jene Fälle, bei denen sich Unfallbeteiligte unerlaubt vom Unfallort entfernen. 592 Fälle wurden im letzten Jahr registriert, aber nur 237 Fälle konnten aufgeklärt werden. Selbst bei Unfällen mit Verletzten entfernten sich Verursacher vom Unfallort – immerhin 28 Mal. 

Immer mit Helm 

Auch die Pedalritter geraten immer mehr in den Fokus der Ordnungshüter. Ginge es nach der Polizei, sollten Radfahrer grundsätzlich Helme tragen. Immerhin verzeichnete man bei der PI Landsberg 137 Unfälle mit Zweirädern. Die Bilanz: 119 Verletzte und zwei Tote. Zwei Gründe dafür gibt es nach Einschätzung von Inspektions­chef Alfred Geyer: „Radfahrer werden oft übersehen. Aber auch die Radfahrer selbst verhalten sich nicht immer verkehrsgerecht“. 

Positive Bilanz der Landsberger Polizei bei der Verkehrserziehung. Zwei der Kollegen schulten 1137 Kinder aus 55 Klassen. 1122 Kinder nahmen an den Fahrradprüfungen teil, 97,1 Prozent von ihnen bestanden auch die Prüfung. Polizeichef Alfred Geyer bedauerte in diesem Zusammenhang, dass immer weniger Kinder mit dem Rad fahren könnten.

Siegfried Spörer

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