Biovergärung im großen Stil:

Die Pläne liegen in der Echinger Schublade

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Für Ammerseewerke-Vorstand Manfred Schmid (2. von links) – hier mit Landratskandidatin Renate Standfest sowie Gerd Mulert und Bernd Pfitzner (von links) aus Starnberg – steht in Eching „die schönste Kläranlage Bayerns“. Hier könnten in Zukunft auch die Bioabfälle des Landkreises energetisch verwertet werden.

Landkreis/Eching – Ab dem kommenden Jahr muss der Landkreis flächendeckend Bioabfälle in der Braunen Tonne sammeln. Doch was geschieht anschließend damit? Mit dem Thema, wie die Bioabfälle verwertet werden sollen, wird sich der kommende Kreistag auseinandersetzen müssen. Eine Option wäre die Vergärung in der Kläranlage in Eching.

„Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Manfred Schmid, Vorstand der Ammerseewerke. Das von acht Mitgliedsgemeinden getragene Kommunalunternehmen entsorgt in der Kläranlage das Abwasser des westlichen und südlichen Ammerseegebiets. Aus dem Klärschlamm und mittlerweile auch aus Fremdsubstrat wird Strom erzeugt, genug, um ein Drittel des Eigenbedarfs zu decken, wie Schmid erläutert. Würde man zusätzlich Bioabfälle vergären, könnte der Anteil weiter gesteigert werden.

Schon vor vier Jahren wurde ein Konzept entwickelt, wonach die Bioabfälle aus den Landkreisen Landsberg und Starnberg ab 2015 in Eching verwertet werden sollten. Damals scheiterten jedoch die Gespräche mit dem Nachbarlandkreis aufgrund verschiedener Probleme, so Schmid. Immerhin existiere ein baurechtlicher Vorbescheid für die Errichtung eines zusätzlichen Gebäudes, das für die Annahme der Bioabfälle notwendig wäre. Abgesehen davon wäre dem Vorstand zufolge keine Erweiterung der Anlage erforderlich.

„Was liegt näher, als regionale Abfälle regional zu verwerten?“, so Schmid. Bei entsprechenden Mengen könnte die Kläranlage ihren kompletten Strom selbst erzeugen und außerdem noch die Gemeinde Eching mit Fernwärme versorgen. Um kostendeckend arbeiten zu können, wären aller­dings 8000 Tonnen Bioabfälle im Jahr notwendig.

Eigene Gesellschaft

Auf Zustimmung stößt die Idee bei den grünen Landratskandidaten Renate Standfest (Landsberg) und Bernd Pfitzner (Starnberg), die in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Starnberger Kreisrat Gerd Mulert die Kläranlage in Eching besichtigten. Standfest will zusätzlichen Mülltourismus, wie er bei einer europaweiten Ausschreibung der Bioabfallentsorgung herauskommen könnte, auf jeden Fall vermeiden. Um gar nicht erst ausschreiben zu müssen, schlägt Schmid die Gründung einer eigenen Gesellschaft vor, in der unter anderem die beiden Landkreise und weitere Partner vertreten sein könnten.

Ulrike Osman

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