Wenn Einnahmen völlig wegbrechen

„Die Wirtschaftskrise hat uns voll erwischt!“ Mit dieser klaren Feststellung hat Gemeindechefin Viktoria Horber vergangene Woche auf der Bürgerversammlung auf die prekäre Finanzsituation hingewiesen. Denn die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen 2009 sind alles andere als rosig: Während im zurückliegenden Jahr noch stolze 3,887 Millionen Euro ins Gemeindesäckel flossen, werden’s heuer wohl nur noch 86000 Euro sein.

„Das sind nur noch rund zwei Prozent des Vorjahresergebnisses“, rechnete die Bürgermeisterin den Anwesenden aus Denklingen, Epfach und Dienhausen die unerfreulichen Zahlen vor. Und auch in den nächsten Jahren wird es laut Horber nicht wirklich besser aussehen. Doch immerhin verfügt die Gemeinde noch über ein anständiges Rücklagenpolster, das zum 31. Dezember 2008 bei 4,767 Millionen Euro lag. Von diesen knapp fünf Millionen Euro an Rücklagen in der Kasse einer Gemeinde von der Größe Denklingens – verbunden mit vergleichsweise geringen Personalkosten – zeigte sich Landrat Walter Eichner sehr beeindruckt: „Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen“, meinte er, Denklingen sei schließlich keine Weltstadt. Bremsen musste die Gemeindechefin jedoch die Bürger, als die Frage aufkam, was die Kommune denn mit diesen Rücklagen alles anstellen wolle und wie es denn mit dem Bau eines Gemeindezentrums aussehe. Horber informierte, dass es zwar Ideen gebe, doch seien die noch nicht ausgereift und müssten im Laufe des kommenden Jahres erst „kanalisiert“ werden. „Das Rathaus ist beengt, und es gibt Vereine, die Wünsche haben“, umriss die Bürgermeisterin die Bedürfnisse, die momentan in der Gemeinde im Raum stehen. Welche Projekte im Endeffekt verwirklicht werden können, hänge aber sehr viel von der künftigen Finanzlage der Gemeinde ab, räumte Horber ein. Sie warnte: „Wir dürfen uns von den 4,8 Millionen Euro Rücklagen nicht täuschen lassen.“ Einen Teil des Geldes brauche die Gemeinde nämlich, um die Kreis- und Gewerbesteuerumlage für das nächste Jahr leisten zu können. Denn die Umlagen, die im Jahr 2010 bezahlt werden müssen, errechnen sich aus den hohen Einnahmen aus dem Jahr 2008. Damit wird 2010 für Denklingen wohl ein hartes Jahr: Trotz sinkender Einnahmen werden sehr hohe Umlagen gezahlt werden müssen. Was die Investitionen angeht, hat das Glasfasernetz für den superschnellen Internetanschluss erst mal oberste Priorität. „Das dürfen wir auf keinen Fall verschlafen“, bekräftigte Horber. Falls nötig, müsste man dann vielleicht mit anderen Dingen ein bisschen zurückstecken. Zu Verzögerungen beim Glasfaserprojekt sei es hauptsächlich dadurch gekommen, dass die Gemeinde den Planer gewechselt habe, erklärte Verwaltungschef Johann Hartmann. Es müsse auch eine sehr große Fläche überplant werden, was gewisse Problematiken verursache. In fortgeschrittenem Planungsstadium soll es für die Bürger Info-Veranstaltungen mit Fachleuten geben. Damit die Gemeinde das Projekt verwirklichen kann, seien eine bestimmte, noch festzulegende Anzahl an Anwendern erforderlich, die den Glasfaseranschluss wünschen und den entsprechenden Vertrag mit der Gemeinde unterzeichnen.

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