Wenn die Hirtenjungen erzählen

Die Weihnachtgeschichte aus der Perspektive der Hirtenjungen wurde am Sonntag in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt aufgeführt. Foto: Eckstein

Draußen duftet es nach Punsch und gebrannten Mandeln, und auch im Inneren der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt weihnachtet es schon. Es klingen Schellen und Flöten, erheben sich junge Stimmen, denn dort wurde am Sonntagnachmittag die Weihnachtsgeschichte von Carl Orff aufgeführt; unter Mitwirkung des Landsberger Kinderchores, Sängerinnen des Landsberger Jugendchores und den „Jungen Landsberger Instrumentalisten“.

Carl Orff verfasste 1948 gemeinsam mit Gunild Keetmann bewusst eine „Weihnachtsgeschichte“ für Kinder, die auch von Kindern aufgeführt werden kann. Im Mittelpunkt steht nicht die Heilige Familie, sondern drei Hirtenjungen, die die Geschehnisse des Heiligen Abends aus ihrer Perspektive erzählen. Die musikalische Leiterin Marianne Lösch verknüpft in der Landsberger Aufführung das Original mit alten, traditionellen Weihnachtsliedern, die in der Verschmelzung des Orff-Instrumentariums mit den jungen Frauenstimmen des Jugendchores besonders reizvoll klingen. Zu dem relativ jungen Werk gesellen sich Lieder und Choräle aus vier Jahrhunderten, angefangen mit „Oh Heiland, reiß die Himmel auf“ aus dem Jahr 1622 oder „Es kommt ein Schiff geladen“ von 1420, das die sieben Sängerinnen des Jugendchores nach dem Orchestervorspiel vortragen. Verbunden werden die Lieder und Choräle durch Orffsche Zwischenspiele und die Erzählung der drei Hirtenbuben, die staunend von den Wundern dieser Nacht berichten. „Mauerschau“ Die knapp 30 Mitglieder des Kinderchores treten dabei als Engel oder (singend) als Maria und Josef auf, auf weitere szenische Einlagen hat Regisseur Florian Werner verzichtet und dafür auf das traditionelle Mittel der „Mauerschau“ zurückgegriffen. Mithilfe der stimmungsvollen Musik und Lichteffekten entsteht das gesamte Geschehen vor dem geistigen Auge des Zuhörers, man sieht förmlich den Zug der Weisen aus dem Morgenland, das Erscheinen der Engel oder auch das Kind in der Krippe. Mit einem triumphalen „Gloria“ endete die Weihnachtsgeschichte, auf die die Kinder und Jugendlichen von Chor und Orchester stolz sein dürfen.

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