Das Prinzip Einfachheit

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KREISBOTEN-Autor Werner Lauff präsentiert sein neues Buch „Perfekt schreiben, reden, moderieren, präsentieren“ für bessere Rhetorik.

Landsberg – „Ein Gedanke, ein Satz“ lautet eine der Grundregeln in Werner Lauffs neuem Buch „Perfekt schreiben, reden, moderieren, präsentieren“. Der erfahrene Journalist und Moderator, der auch für den KREISBOTEN schreibt, gibt einfache und effektive Anleitungen zur erfolgreichen Kommunikation: Wie schaffe ich es, dass ein Leser von einem Text gefesselt ist? Dass bei meinem Vortrag die Zuhörer zuhören, und nicht die neuesten Fußballergebnisse auf dem Handy nachschauen? Nur, so Lauff, indem man neben Informationen auch Emotionen schafft, die den Leser oder Zuhörer fesseln.

 

Das Prinzip, auf dem das Buch aufbaut, ist Einfachheit: „Ich wollte etwas, das Schritt für Schritt und für alle Disziplinen funktioniert“, beschreibt Lauff. „Die meisten Bücher, die ich darüber kenne, sind zu kompliziert. Und man muss mehrere kaufen, um alle vier Disziplinen abzudecken.“ Der Journalist beginnt mit dem Grundstock, dem Schreiben. Der Leser erhält konkrete Tipps, wie man überzeugende Texte erstellt. „Um die Angst vor der leeren weißen Seite zu nehmen, kann man erst einmal damit anfangen, auf einzelnen Zetteln die Inhalte und Gedanken zu gliedern.“ Das geht natürlich auch am Computer mit einer geeigneten Software, von denen der Autor gleich mehrere nennt. Mit diesem Grundstock kann der Leser anschauliche Reden, Moderationen und Präsentationen vorbereiten. Denn „die grundlegenden Methoden journalistischen Schreibens sind eins zu eins auf alles andere übertragbar.“

Wie beim Schreiben plädiert Lauff auch bei Präsentationen dafür, Überflüssiges konsequent wegzulassen: „Lieber ein Bild mehr als zu viele Worte.“ Denn bei zu viel Text klebt der Zuhörer an der Folie anstatt am Referenten – „betreutes Lesen“ nennt das Lauff. Nach jedem Abschnitt des Buches kann der Leser sein neu erworbenes Wissen an Übungen testen – die der Autor gerne korrigiert, wenn man sie ihm zusendet. Lauff sieht sein Buch auch als „eine Toolbox für den Schreibtisch“: Zusammenfassende Anleitungen und abschließende Checklisten dienen als übersichtliches Nachschlagewerk.

Nach seinem Jura- und Journalismusstudium in Münster, Paris und Bonn ist Werner Lauff „zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen: Ob ich im Bundestag arbeiten wolle, es fange aber gleich am nächsten Tag an“. Gesagt getan: Lauff packte seinen Koffer und zog nach Bonn, wo er als wissenschaftlicher Assistent im Bundestag mit den Schwerpunkten Rechts- und Medienpolitik arbeitete. Das hieß unter anderem Reden schreiben und auch halten. „Es war eine interessante Zeit, als die Regierung Kohl an die Macht kam“, erinnert sich Lauff. Und auch daran, wie lehrreich es ist, Gesetzestexte oder Anträge punktgenau formulieren zu müssen. Von dort wechselte er als Abteilungsleiter zum Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, war danach immer wieder Geschäftsführer, so auch beim Zeitungsverlegerverband NRW oder bei der damaligen Zeitungsgruppe WAZ, schließlich bei Bertelsmann Broadband Group. Seit 14 Jahren ist er freiberuflich als Autor, Journalist und Moderator tätig. Nicht zuletzt trainiert Lauff Führungskräfte in Sachen Reden und Moderation.

Den „leeren Kopf“ bei einem Vortrag oder einer Präsentation kennt Lauff nicht: „Ich hatte ja immer mein ausformuliertes Manuskript dabei, meine einzige Sorge war, dass der Zug nicht rechtzeitig ankommt.“ Richtig gelesen, ausformuliert. Denn der Weg der Sprache ins Hirn und Herz ist lang, da wollen die Worte gut gewählt sein, „und das gelingt kaum jemandem ganz spontan“. Für Lauff ist Erfolg in diesem Bereich die Summe aus V² und R, wobei V die Vorbereitung ist, R die Routine. „Und V steht nicht umsonst im Quadrat.“ Denn mit richtigem Werkzeug und guter Vorbereitung werde aus jedem Vortrag etwas Besonderes: eine Darbietung.

Werner Lauff: „Perfekt schreiben, reden, präsentieren und moderieren“, Schäffer-Poeschel Verlag, 19,95 Euro.

Susanne Greiner

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