Wertstoffe sammeln wie bisher? Kreisausschuss empfiehlt Bringsystem

Wertstoffe sollen nach Ansicht des Kreisausschusses auch zukünftig an die 54 Wertstoffhöfe und 65 Containerplätze im Landkreis gebracht werden. Es soll weder die Gelben Säcke noch flächendeckend die Blauen Tonnen geben – diesen Empfehlungsbeschluss an den Kreistag haben die Ausschussmitglieder vergangene Woche gefasst. „Wir sind sehr behutsam und sorgfältig mit dem Thema umgegangen“, erklärte Landrat Walter Eichner (CSU) im Vorfeld der Abstimmung, die mit 11:2 Stimmen für das bisherige Bringsystem ausfiel. Die endgültige Entscheidung aber wird der Kreistag am 21. April treffen.

Ludwig Buchbinder, der im Auftrag des Landkreises ein Gutachten zur Neukonzeption der Wertstofferfassung in der Lech-Ammersee-Region erstellt hatte, legte dem Gremium noch einmal die Vor- und Nachteile von Hol- und Bringsystems dar. Sein Fazit: „Beide Systeme sind in sich schlüssig und machen Sinn.“ Nach Ansicht der meisten Fraktionsvertreter jedoch hätte die Variante Gelber Sack, Blaue Tonne und weniger Wertstoffhöfe mehr Nachteile für die Bürger. Da die Säcke lediglich alle vier Wochen abgeholt werden würden, bezeichnete Dr. Manfred Rapp (CSU) die Holvariante als „anrüchige Sache”. Zudem wäre das bisherige System von der Bevölkerung akzeptiert, was nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte. Die Wertstoffhöfe seien „voll funktionsfähig“, betonte Dr. Rapp und bezeichnete eine Systemumstellung als „rausgeschmissenes Geld des Gebührenzahlers“. Den ökologischen Nutzen zweifelte der Fraktonschef ebenfalls an: „Wenn man trotzdem Glas beim Wertstoffhof abgeben muss, ergeben sich kaum Einsparungen bei den Autofahrten zu den Containern.“ Dass die Säcke einen Monat gelagert werden müssen, befand Monika Groner (Grüne) ebenfalls als ungünstig. Dies sei auch der Grund, warum sie für die Beibehaltung des System votiere. Trotzdem führte sie den Vorteil, wenn Wertstoffe abgeholt werden, für ältere Leute ins Feld. „Unsere Fraktion wird in der Kreistagssitzung nicht einheitlich abstimmen“, sagte sie voraus. Zwar nicht mit Leichtverpackungen gefüllt, testeten einige Ausschussmitglieder einmal eine „gelbe Tüte“ während der Sitzung. Dabei wurden Bedenken laut: Ist das Material stabil genug und lässt sich der Gelbe Sack leicht wieder öffnen nachdem er verschlossen worden ist? Negative Auswirkungen einer Systemumstellung befürchtete auch Ingo Lehmann (SPD): Gelbe Säcke und mehrere Tonnen könnten die Wege in Landsbergs Altstadt zustellen und dadurch zu Barrieren für Fußgänger werden. SPD-Fraktionssprecher Albert Thurner setzte, wie er sagte, „ein Signal”, indem er sich für den Gelben Säcke und Blaue Tonne aussprach. Er befand, dass auf dem Land ein Holsystem mehr Sinn mache und ältere Menschen mit dem jetzigen System Probleme hätten. Auch die SPD werde sich im Kreistag nicht geschlossen für eine Variante aussprechen, so Thurner. Positiv beim bisherigen Bringsystem wurde die Vereinssammlung von Altpapier bewertet, die bei der Einführung der Blauen Tonne für Papier an Bedeutung verlieren würde. Wichtig war den Ausschussmitgliedern die Frage nach der Flexibilität des jeweiligen Systems. „Wir vergeben uns nichts“, erklärte Eichner, die Entscheidung sei ja nicht auf ewig getroffen: Mit dem mehrheitlichen Ja empfahlen die Ausschussmitglieder, dass das System über den 1. Januar 2011 hinaus drei weitere Jahre beibehalten wird. Ob das der Kreistag in der Mehrheit genauso sieht, wird sich in der Aprilsitzung entscheiden.

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