Wessobrunner Kreis macht Architektur erlebbar

„Modernes ja, Provinzielles nein“, damit hat Felix Bembé, Vorsitzender des Wessobrunner Kreises, den Anspruch der Architektenvereinigung auf der Festveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen auf den Punkt gebracht. So seien Bauobjekte wie ein Biohotel im Apfelgarten, die vom Wessobrunner Kreis mit Auszeichnungen gewürdigt wurden, auch mit internationalen Auszeichnungen geehrt worden. Das beweise die hohe Qualität.

„Wir brauchen keine marktschreierische Werbung. Für uns sprechen die fertig gestellten Bauten“, betonte Lutz Heese, Präsident der bayerischen Architektenkammer, ByAK. Er verwies auf das Netzwerk der 19 Architektenvereinigungen, Arbeitsgemeinschaften und Foren in Bayern, die sich einer zeitgemäßen wie zukunftsorientierten Stadt- und Umweltplanung verschrieben haben. „Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise hat brutal zugeschlagen, und eine Besserung ist nicht abzusehen“, schilderte Heese die aktuelle Situation der Architekten. „Noch profitieren wir im öffentlichen Bereich von Förderprogrammen“, sagte Bembé. Aber Aufträge für hochwertigere Wohngebäude, für Architekten eine besondere Visitenkarte, blieben aus. Der Wessobrunner Kreis ist seit seiner Gründung der Baukultur besonders in den ländlichen Regionen Oberbayerns ver- pflichtet. „Wir machen Architektur bewusst erlebbar und beziehen die Bürger, die Menschen, mit ein“, betonte Bembé. Das Wohnumfeld sei nicht „Gott gegeben“, jeder könne und müsse Einfluss nehmen. Gegen Verwaisung Neue Aufgaben seien zum Beispiel die Dorfkerne. Mit dem Bauernhofsterben gehe eine Verwaisung der Dorf-zentren einher. Dem müsse entgegengewirkt werden. „Das ist eine große Herausforderung für uns.“ Eine gleich wichtige Rolle spiele, so Felix Bembé weiter, das „Thema Energie“. Seit 1999 organisierte der Wessobrunner Kreis 25 Ausstellungen, 44 Vorträge, acht Podiumsdiskussionen, vier Behördentreffs und vergab 2002 und 2008 Architekturpreise. Für 2012 kündigte Bembé den nächsten an. Im ersten Jahr gab es eine aufwendige Wanderausstellung, die beste Baubeispiele auf dem Werdenfelser-Lech-Isarland vorstellte. Der Kreis war mit knapp 100 Mitgliedern gegründet worden. Derzeit gehören 138 Einzelpersonen, Firmen und Organisationen der renommierten Architektenvereinigung an.

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