Für den Wettbewerb rüsten – Landsberg: Eigenbetrieb "Städtische Werke" wird Kommunalunternehmen "Stadtwerke"

Die Stadt Landsberg will für den sich verschärfenden Wettbewerb im Versorgungsbereich noch besser gerüstet sein. Nicht nur, dass die Verwaltung derzeit intensiv an der geplanten Übernahme des Strom- und Gasnetzes arbeitet, bereits am 1. Januar 2010 sollen die Städtischen Werke als so genanntes Kommunalunternehmen komplett eigenständig und in ihren Entscheidungen wesentlich flexibler sein. Den breiten Weg für die „Stadtwerke Landsberg“ als 100-prozentige Stadttochter hat das Plenum am Dienstag mit 29:1 Stimme geebnet.

Das Infrastrukturnetz Landsbergs hat es den Stadtoberen angetan, sie wollen es ausbauen, um in Zukunft autark zu sein. Und dieses Bestreben geht deutlich über den anstehenden Betrieb der Strom- und Gasversorgungen hinaus. In der Informationstechnologie (IT) und der Telekommunikation (TK) eröffnen sich weitere zukünftsträchtige Geschäftsfelder. OB Ingo Lehmann spricht hier noch von einer „Vision“, doch allzu weit entfernt ist sie im Grunde nicht mehr. Immerhin sind die Planungen für den Aufbau zusammenhängender Glasfasernetze und deren Vermarktung in den Städtischen Werken bereits angelaufen. Der Claim ist abgesteckt Ebenso beschäftigen sich Werkleiter Norbert Köhler und seine Mitarbeiter neben dem Tagesgeschäft noch mit der Fernwärme­ver­sor­gung. Das Waldhackschnitzelheizwerk am Bauhof ist gerade erst in Betrieb gegangen, da ist das Thema Geothermie aktueller denn je. Neue Inselnetze und Contractingmodelle könnte man durchaus in ein großes Geothermieprojekt ein­binden. Den Claim, also die Bohrrechte, hat sich die Stadt schon vor Jahren gesichert. „All das bindet wahnsinnig viel Kraft“, sagt OB Lehmann auf Anfrage des KREISBOTEN, „da ist echte Führungsarbeit gefragt.“ Kurze und kurzfristige Entscheidungswege so­wie hohe Flexibilät seien erforderlich. Nach Ansicht der Münchner Unternehmensberatung Rödl&Partner ist ein Kommunalunternehmen da eine „ideale Rechts­form“. Es handelt sich um eine „unternehmerische Weiterent­wick­- ­lung“ des aktuellen Ei­gen­betriebes zu einer „Anstalt des öffentlichen Rechts“ mit einem zu 100 Prozent aus Stadtratsmitgliedern beste­hen­­­­den Verwaltungsrat. „Finanzieller Gewährträger“ ist weiterhin die Stadt. Nicht anders verhält es sich übrigens beim Klinikum Landsberg. Unter dem Dach des Landkreises erfolgte der Schritt hin zum Kommunalunternehmen und damit zur modernen Geschäftsführung bereits im Januar 2003. Und die Mitarbeiter? „Die bleiben alle“, betont Lehmann, nur der Vertragspartner werde ein neuer sein, wobei sich an der Vergütung nichts ändern werde. An der Spitze der Stadtwerke Landsberg steht ein auf maximal fünf Jahre bestellter Geschäftsführer. Somit kann Werkleiter Norbert Köhler schon mal neue Visitenkarten drucken lassen. Im Moment sind die Städtischen Werke als Eigenbetrieb zuständig für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung inklusive Kläranlage, für das Inselbad, die beiden Tiefgaragen Schlossberg und Lechstraße, für die Fernwärme und das Wasserkraftwerk „Maier-Mühle“.

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