Protest mit Tonne

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Ist Teil des Stadtrundganges und wird von Gelben, Blauen, Braunen und Schwarzen Tonnen „verunstaltet“: die Ledergasse.

Landsberg – Der Unfrieden war eigentlich schon vorher abzusehen – jetzt ist er da: Vor allem in der Landsberger Altstadt stören sich viele Bürger an den neuen Gelben Tonnen. Eine Stadtratskandidatin griff jetzt zu höchst ungewöhnlichen Mitteln, um ihren Ärger öffentlich zu machen.

In allen Stadtteilen stehen die neuen Abfallbehälter teilweise wochenlang überfüllt auf der Straße, nicht wenige Anwohner klagen über die Geruchsbelästigung. Im historischen Stadtkern wird zudem bemängelt, dass die Vielzahl der Tonnen inzwischen das Stadtbild verschandeln würden. Man könne „nicht einerseits auf dem Denkmalschutz herumreiten, mit dem historischen Stadtbild werben“, heißt es etwa in einer Zuschrift an den KREISBOTEN, „und andererseits in unverantwortlicher, höchst fahrlässiger Weise zulassen, dass die Altstadt, besonders in ihren Gassen, verschandelt wird.“

Vor allem im Bereich der Blattern- und Ledergasse „brennt“ es offenbar. Dort stellen viele Anwohner ihre Tonnen inzwischen auf die Straße. Ob aus Platznöten oder Bequemlichkeit, ist nicht ersichtlich – auf jeden Fall erzürnt das den ein oder anderen, der seine Müllbehälter irgendwie im Hauseingang oder Innenhof unterge­- bracht hat. Aus der südlichen Ledergasse sei eine „südliche Müllgasse“ geworden, meint gar ein Nachbar.

Anwohner haben die Ecke Leder-/Blatterngasse bereits „umgewidmet“.

Zur Selbsthilfe griff jetzt offenbar eine Stadtratskandidatin. Wie mehrere Anwohner der Ledergasse jetzt gegenüber dem KREISBOTEN bestätigten, wurden sie von ihr in Telefonaten und in Gesprächen ermuntert, am kommenden Samstag „alle ihre Tonnen herauszuholen und auf die Straße zu stellen“. Was die Ratskandidatin damit bezwecken will, teilte sie ebenfalls gleich mit: An diesem Tag findet wieder die „Hexenführung“ durch die Landsberger Altstadt statt, den Teilnehmern solle damit vor Augen geführt werden, wie sehr das Stadtbild unter der Vielzahl der Behältnisse leide. Pikant dabei: Die Anruferin ist selbst eine bekannte Stadtführerin.

Bereits vor dieser Aktion wurden wohl bei den Stadtführungen wegen der Tonnenproblematik die Blattern- und Ledergasse teils gemieden. Beide gehören seit Jahrzehnten fest zur Route des Stadtrundgangs.

Christoph Kruse

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