Tempo 30 in der Spöttinger Straße

+
Als eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt wird die Spöttinger Straße auf Antrag einiger Anwohner in den nächsten Wochen als Tempo-30-Zone ausgewiesen

Landsberg – Nur mit geschlossenen Fenstern und teilweise mit Ohrstöpseln können die Anwohner der Spöttinger Straße schlafen, wenn ihr Fenster zur Straßenseite liegt. Grund ist der Lärm durch die Verkehrsbelastung – das soll sich aber nun ändern.

Der Bauausschuss hat in der vergangenen Woche dem Antrag der Anwohner – entgegen dem Vorschlag der Verwaltung – zugestimmt. Die Spöttinger Straße wird zur Tempo-30-Zone. Die Idee, außerdem Flüsterasphalt aufzubringen, stieß hingegen auf Ablehnung.

Neben den deutlich hörbaren Fahrgeräuschen führten die Anwohner in ihrem Antrag an, dass sich auch ein Altenheim, ein Jugendzentrum und eine Filiale des SOS-Kinderdorfes in der Spöttinger Straße befinden. Auch würden viele Schulkinder die Gehwege dort benutzen, um zum Bahnhof zu gelangen. Das Verkehrsaufkommen habe zugenommen und werde, wenn die Mittelschulen zusammengelegt werden, noch weiter zunehmen, so die Begründung. Um die Straße somit für den Durchgangsverkehr un­attraktiv zu machen und die Verkehrsbelastung zu reduzieren, soll die Straße zur Tempo-30-Zone umgewandelt werden. Zur Reduzierung der Fahrgeräusche schlagen die Anwohner die Aufbringung eines sogenannten Flüsterasphaltes vor.

Allerdings zeigen die von der Verwaltung erhobenen Zahlen, dass sich die Fahrzeugbewegungen nur relativ gering nach oben entwickelt haben, berichtet Ernst Müller, Leiter des Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die Verkehrsmessungen zeigten sogar, dass die Tendenz der Fahrzeuganzahl im Jahr 2013 mit durchschnittlich 5100 Fahrzeugen pro Tag rückläufig sei. Lediglich im Jahr 2008 habe es laut Müller wegen der Sperrung der Von-Kühlmann-Straße ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen gegeben.

Die Verwaltung hatte dem Bauausschuss vorgeschlagen, den geforderten Flüsterasphalt abzulehnen. Das Bayerische Staatsministerium des Innern hatte festgestellt, dass ein solcher Fahrbahnbelag erst ab Fahrgeschwindigkeiten von etwa 60 Stundenkilometern seine volle Wirkung erreicht. Bei niedrigen Geschwindigkeiten sei die Wirkung zu gering und stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten.

Da die Spöttinger Straße laut Ordnungsamts-Chef Müller als Hauptverkehrsachse in der Stadt dient, sollte dort auch weiterhin Tempo 50 gelten. Zudem seien in dieser Straße über 40 Gewerbetreibende angesiedelt, es handle sich laut Flächennutzungsplan um ein Mischgebiet. Eine Akzeptanz einer 30er-Zone sehe Ernst Müller wegen der gewerblichen Prägung daher nicht unkritisch. Der Verkehr würde sich auch auf andere Straßen, wie etwa Katharinen- oder Von-Kühlmann-Straße verlagern.

Entgegen der Ansicht der Verwaltung stimmte der Bauausschuss dafür, dass in der Spöttinger Straße künftig Tempo 30 gilt. „Im Laufe der nächsten Wochen wird die Spöttinger Straße zur 30er Zone“, erklärt Simone Loderer, Pressesprecherin der Stadt. Die Kosten belaufen sich auf 500 bis 1000 Euro.

Janina Bauch

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare