Wieder auf Eis gelegt?

Zum besseren Verständnis wurde das Bootshaus am geplanten Standort mit Bändern abgesteckt – allerdings herrscht mit der Grundstückseigentümerin, der Stadt Augsburg, noch keine Einigung. Foto: Vangierdegom

Die Diskussion um das geplante Bootshaus für das Ammersee-Gymnasium scheint kein Ende zu nehmen. Der Kreistag hat zwar in seiner jüngsten Sitzung die Mittel und den Bau genehmigt, doch die Eigentümerin des dafür vorgesehenen Grundstücks, die Stadt Augsburg, stellt sich quer. Und so setzte der Gemeinderat das Bauleitverfahren bis auf weiteres aus. Alternative für das Bootshaus: Auf ein nördliches Areal ausweichen, das Eigentum des Landkreises ist.

Bislang konnte man sich mit der Stadt Augsburg über die Grundstücksfrage noch nicht einigen, erklärte Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch. Die Fläche, auf der das ASG-Bootshaus entstehen soll, wird von der Fuggerstadt verwaltet, die Segelgemeinschaft Augsburg (SGA) ist dort ansässig. Genau an der Stelle wo das neue Bootshaus entstehen soll, lagern die Boote der SGA und das soll sich nach Ansicht der Gemeinschaft sowie der Grundstückseigentümerin nicht ändern. Außerdem wünsche der Segelclub eine noch größere Fläche, womit kein Platz mehr für das ASG-Bootshaus bliebe. „Ich fühle mich an die Wand gedrückt“, sagt Kirsch. Daher wurde das für den Bau des Bootshauses notwendige Bauleitverfahren bis auf weiteres vom Gemeinderat ausgesetzt. Ohne den Bebauungsplan betrachtet seien auf dem Seeuferstreifen lediglich das Restaurant sowie ein Imbiss der SGA genehmigt. Alles andere sei bisher nur geduldet gewesen und müsse streng genommen nun zurückgebaut werden. „Wir wollen die Segelgemeinschaft nicht vertreiben“, verdeutlichte Kirsch, doch er ließe sich auch nicht erpressen. Um den Rudersport für die Schüler des Ammersee-Gymnasiums dennoch zeitnah zu ermöglichen, schlug Landrat Walter Eichner (CSU) nun einen Ausweichstandort vor: Das Bootshaus könne nördlich des Seerestaurants auf einem Grundstück des Landkreises errichtet werden. „Das ist aber nicht so günstig und für die Schüler unkommod“, meinte er in der Sitzung des Kreistages. Mit dem Gesamtbeschluss des Gremiums habe das aber vorerst nichts zu tun, versicherte er. „Wenn der Beschluss gefasst ist, fragen wir noch einmal bei der Stadt Augsburg nach“, erklärte Kreiskämmerer Jürgen Felbinger. Falls man auf die Alternative ausweichen müsste, würde sich die Errichtung des Bootshauses um ein knappes Jahr verzögern, ergänzte Kirsch. Und Landrat Eichner schränkte ein: „An der Nord-Variante müssen wir dann aber möglicherweise etwas sparen.“ Grundsätzlich wurde die Beschlussvorlage, der auch bereits der Kreisausschuss zugestimmt hat, mit sieben Gegenstimmen angenommen. Insbesondere einige Mitglieder der GAL-Fraktion sind dem Bootshaus ge­- genüber noch immer skeptisch. „Ich habe nichts gegen das Rudern“, stellte Kreisrätin Renate Standfest (GAL) klar. „Doch mein Anliegen sind die Kosten und der sensible Bereich am Ufer des Ammersees.“ Bereits in der Kreisausschussitzung am 13. März hatte Standfest eine Ortsbegehung vorgeschlagen, bei der die Größe des Bootshauses zum besseren Verständnis abgesteckt werden sollte. Allerdings hätten dann laut Landrat Eichner „nur wenige Mitglieder des Kreistags und einige vom Bund Naturschutz“ den Weg an den Ammersee zum Ortstermin auf sich genommen.

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