Wiederauferstehung des Eishockeys

Rekordsieg der Riverkings: Nicht zuletzt die Leistung von Markus Rohde, hier das 6:5, brachte den Landsbergern den Sieg im Hinspiel. Fotos: Krivec

Dass es in Landsberg in näherer Zukunft noch einmal denkwürdige Eishockey-Abende geben würde, schien angesichts des unrühmlichen Endes des EVL schwer vorstellbar. Die Amateur-Truppe des HCL hat es nun völlig unerwartet geschafft: Wer beim 8:5 (2:1, 3:2, 3:2) gegen die Höchstadt Alligators dabei war, wird diesen Auftritt kaum vergessen. Und das waren viele: 823 Fans (erneuter Vereinsrekord) bejubelten den Sieg.

Es war „nur“ Landesliga-Eishockey, es ging lediglich darum, wer im Vergleich der Süd/West- mit der Nord/Ost-Gruppe Platz drei belegt – man hat in Landsberg schon größere sportliche Highlights erlebt. Noch dazu kam Höchstadt ohne Sikorski und Jun, auch beim HCL fehlten Stammkräfte, man hätte ein mittelmäßiges Freundschaftsspiel erwarten dürfen. Beide Parteien waren aber scheinbar nicht gewillt, die Partie nicht ernst zu nehmen. Mit vollem Engagement lieferten sich Landsberg und Höchstadt ein rassiges Match auf hohem Niveau, bei dem die Gastgeber überraschend das bessere Ende für sich behielten. Vermutlich ging es an diesem Abend aber auch darum, die Wiederauferstehung des Landsberger Eishockeys zu zelebrieren, und so herrschte 60 Minuten lang eine Stimmung in der Halle, wie man sie lange nicht mehr erlebt hat. Die Rollenverteilung war schnell klar: Die Franken als Favorit, bei dem die Spieler auch richtig Geld verdienen, traten mit einigen „eingedeutschten“ Akteuren auf, die loslegten wie die Feuerwehr. Jan Michalek (geboren in der Slowakei) stand da ebenso in der Aufstellung wie Sergej Hausauer (Kirgisien), Ales Stribny, Richard Stütz (beide Tschechien) oder Michael Gluchich (Kasachstan). Die Riverkings konnten dem nur eine geschlossene Leistung einer oberbayerisch-schwäbischen Null-Euro-Mannschaft entgegensetzen, die noch dazu vorwiegend aus alten Landsberger Haudegen und lokalen Nachwuchsspielern bestand. Das Spiel im Schnelldurchlauf: Höchstadt spielte den HCL fast zehn Minuten lang an die Wand, danach kämpften sich die Landsberger beeindruckend zurück in die Partie. Das 5:3 nach zwei Dritteln entsprach der Chancenverteilung. Im Schlussabschnitt machten die Gäste mehr aus der individuellen Klasse einiger ihrer Spieler, der HCL konnte seine Checks nicht mehr wie in den ersten 40 Vollgas-Minuten zuende fahren. Das 5:5 fiel folgerichtig, alles sah nach einem Sieg der Alligators aus. Klasse hatte dann aber auch Markus Rohde: Der Ex-EVL-Spieler und aktuelle HCL-Nachwuchs-Coach steht an diesem Abend mit drei Toren und zwei Vorlagen auf dem Spielbericht – ob das zwischenzeitliche 4:2 aber nicht doch Junioren-Spieler Alex Ott gehört, war auch mannschaftsintern nicht ganz klar. Sicher ist: Rohde legte das sechste Landsberger Tor für Geuß auf und brach sowohl in der 56. als auch in der 60. Minute auf dem Weg zum Tor durch. Zweimal wurde er von hinten gefoult, zweimal gab es Penalty, einmal zwirbelte er den Puck noch von hinter dem Tor zwischen dem Rücken des Torhüters und dem Pfosten durch, beim zweiten Mal schoss er aus sechs Metern über den linken Innenpfosten ein – das 8:5 war perfekt. Die packende Begegnung feierten Landsberger und Höchstadter Fans danach ausgiebig gemeinsam mit etlichen aktuellen und ehemaligen Landsberger Spielern in der Innenstadt. Am Sonntag reiste der HCL dann allerdings mit nur noch elf Feldspielern, darunter zwei Jugendspielern, zum Rückspiel. Beim 1:12 war man chancenlos, zumal beim Gegner dann auch noch Daniel Jun (Tschechien) und Topscorer Daniel Sikorski aufliefen. Der HCL hatte dem nur zwei eigene Jugendspieler (Rossi und Thebing) entgegenzusetzen. Die klare Niederlage konnte allerdings den Saisonhöhepunkt nicht mehr schmälern. Der BEV will es so, dass man in den Play-Offs erneut gegen Höchstadt antreten muss. Rohde will zumindest am Freitag wieder dabei sein. Und nach seiner Auskunft auch in der kommenden Saison: „Ich denke, dass ich da etwas mehr Luft habe, um selber zu spielen. Und ich habe jetzt schon wieder ein bisschen Blut geleckt, es macht einfach immer noch richtig Spaß.“

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