Wenn schon, dann da hin!

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Blick vom Weihertal Richtung Dienhausen. Hinten eines der beiden Windräder von Menhofen.  Weitere Anlagen sollen laut Gemeinderat nur in einer so genannten Konzentrationsfläche errichtet werden dürfen. 

Denklingen – Die sattsam bekannten Argumente kamen wieder auf den Tisch; nur der Aspekt mit der Brunnenbohrung im Stubental ist dazugekommen: Erneut ging es im Denklinger Gremium um Pro und Kontra zu einem so genannten Teilflächennutzungsplan, mit dem die Gemeinde steuern möchte, wo auf der gemeindlichen Flur Windkraftanlagen konzentriert werden müssen. Nach dem Motto „Wenn wir Windkraft theoretisch nicht verhindern können, weil sie ein privilegiertes Vorhaben darstellt“, dann muss sie aber genau da hin.

Die Abstimmung über den Teilflächennutzungsplan (TFNPL) ergab jetzt im Oktober das gleiche Bild wie schon im April. Die vier Räte der Dienhauser Liste, Johannes Schelkle, Stefan Müller, Max Ebner und Martin Steger waren ebenso dagegen wie Wolfgang Martin von der Freien Wählergemeinschaft Denklingen. Eine Mehrheit von neun Räten inklusive Bürgermeister Kießling war dafür, den TFNPL für die Fläche westlich von Dienhausen zu billigen und erneut auszulegen.

Das Wasserschutzgebiet für den neuen Brunnen im Stubental hat nach den Worten des Rathauschefs Vorrang. Dies gilt vor allem für die inneren zwei von insgesamt drei Zonen eines Wasserschutzgebietes. Dort können keine Windräder erstellt werden.

„Ein intakter Wald ist der Garant für sauberes Trinkwasser“, sagte Martin Steger in der Diskussion. Noch fehle die Wasserschutzzone im Bericht, monierte der Gemeinderat aus Dienhausen. Zudem brachte er den Hinweis: Fakt sei, dass an vielen Tagen eine ausreichende Windgeschwindigkeit von 5,5 Meter pro Sekunde im Staatsforst an der Grenze zu Kaltental und Osterzell nicht gegeben sei, die so einen Eingriff rechtfertigen würde.

"In der Zwickmühle"

Fraktionskollege Johannes Schelkle sah keine Eile geboten für das Verfahren zum TFNPL. Mit der 10 H-Regelung sei die Gefahr einer Verspargelung nicht mehr so drohend. Zu bedenken gab Schelkle auch, dass die Bayerischen Staatsforsten keinen Vertrag mit dem Investor und Betreiber einer Windkraftanlage abschließen würden, wenn die betroffene Gemeinde dagegen sei. Doch mit der Aufstellung des TFNPL für Windkraft würde die Gemeinde ein Ja geradezu signalisieren.

„Ich sehe mich in der Zwickmühle“, bekannte Anita Gropp. Windkraft wolle in Denklingen so gut wie niemand. Aber wenn ein Investor Pläne für solche Anlagen verfolge, dann sei es wesentlich besser, die Anlagen auf einer konzentrierten Fläche zu haben als eine „Verspargelung“ zu ermöglichen, stimmte sie mit Bürgermeister Kießling überein.

„Mir ist es zu heiß“, kommentierte Regina Wölfl. Sie sei dagegen, mehrere Flächen in der großen Denklinger Gemeindeflur offenzuhalten, die trotz der 10 H-Regelung (Bayerische Bauordnung) beim Abstand zur Ortschaft nach wie vor gegeben seien. Das Gemeindegebiet hat 5500 Hektar. „Mir ist eine Konzentration lieber“, ergänzte die Gemeinderätin. Anton Stahl erklärte: „Wir kommen am Teilflächennutzungsplan nicht vorbei.“ Man dürfe das Mittel, selbst planerisch Einfluss auf den Standort zu nehmen, „nicht aus der Hand geben“.

Johannes Jais

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