Doch Windräder in Reichling?

Reichling – Gibt es auf Reichlinger Flur doch bald Windkraftanlagen? Es scheint nicht mehr unmöglich, denn ganz  überraschend bahnt sich im Gemeinderat ein Meinungswechsel an: Dort zögert man inzwischen, in Sachen Windkraft die Süd­allianz mit Fuchstal einzugehen.

Eigentlich schien vor Kurzem noch alles klar: Die Gemeinden im Lechrain sollen zwei sogenannte „Südallianzen“ bilden, damit in Fuchstal und Denklingen konzentriert eine große Fläche für Windkraft ausgewiesen werden kann. Damit will man eine „Verspargelung der Landschaft“ verhindern. Diese Zusammenarbeit hatten, wie im KREIBSOTEN berichtet, auch die Reichlinger Ratsmitglieder bislang befürwortet. Umso überraschender, dass nun mehrerer Räte Einwände gegen die Südallianz Fuchstal, Reichling und Vilgertshofen vorbringen.

Der Umschwung überraschte auch Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler, die eine Zusammenarbeit mit Fuchstal weiterhin befürwortet. Sie vertagte nach eingehender Diskussion die Abstimmung zum Kooperationsvertrag. Die Räte folgten schließlich dem Vorschlag der Gemeindechefin, Andreas Graf von der Kommunalen Rechtsaufsicht im Landratsamt Landsberg zur Klärung der recht­- lichen Fragen in die nächste Sitzung einzuladen.

Pro Dorf ein Windrad

Für Horner-Spindler liegen die Vorteile einer Zusammenarbeit in Sachen Windkraft klar auf der Hand: Durch die Ausweisung einer großen Konzentrationsfläche in einem Waldgebiet auf Denklinger und Fuchstaler Flur könnten die Südgemeinden verhindern, dass Investoren ihre Windräder über den gesamten Lechrain verteilen und damit die Landschaft „verspargeln“ – so der Bürgermeisterin. „Sonst steht bei uns bald in jedem Dorf ein Windrad“, gab sie zu bedenken.

„Wir haben gemeinsam versucht, einen Platz zu finden, wo die Windräder am wenigstens stören“, erklärte sie. Und dies sei in dem avisierten Waldstück in Fuchstal der Fall. Dort wären die Windkraftanlagen dann weit von der Bevölkerung entfernt – rund fünf Kilometer von Leeder – und zudem auch nicht gleich sichtbar, machte die Bürgermeisterin klar. Insofern habe man einen „optimalen Standort“ gefunden.

Nichts verbauen

Ein paar Räten gefiel es nun nicht mehr, dass durch die Aufstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplanes in Reichling keine Windräder mehr gebaut werden dürfen. Annette Socher meinte, dass es ja in zehn Jahren vielleicht diesen Wunsch geben könnte – falls sich bis dahin die Technik verbessere. Auch Stefan Socher und Joseph Heitmeir sind dieser Ansicht. Man sollte sich „für die Zukunft nichts verbauen.“

Horner-Spinder erklärte, dass Reichling ohne Anschluss an die Südallianz einen eigenen Flächennutzungsplan aufzustellen müsste. Dies hätte zur Folge, dass man Flächen für die Windkraft zur Verfügung stellen müsste. Hubert Frankl dazu: „Falls wir das machen, müssten wir uns aber damit anfreunden, dass bei uns nicht nur ein einziges Windrad kommt.“ Horner-Spindler sah das Problem darin: „Man muss eine relativ große Fläche ausweisen – man kann nicht einfach nur bestimmte Flächen heraus nehmen.“ 

Schließlich schlug Frankl vor, erst noch zu klären, inwieweit sich die Reichlinger Bürger in Fuchstal finanziell an den Windrädern beteiligen können. „Ich habe kein Problem mit Windrädern“, sagte Dieter Rapp, in Norddeutschland würden sie ja auch überall zu sehen sein. Sogar ein Bürgerentscheid wurde in der Sitzung angesprochen: Ob es jedoch überhaupt möglich wäre, diesen fristgerecht durchzuführen, muss erst geklärt werden. 

Windmessungen am Weißenberg in Reichling haben mittlerweile ergeben, dass sich nach derzeitigem Stand der Technik  dort ein Windrad nicht rentieren würde. Dort hatte die BBV Landsiedlung, eine Tochter des Bayerischen Bauernverbandes, auf dem Grundstück der Weidegenossenschaft ein Windrad ins Auge gefasst. Manuela Schmid

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