"Wir wollen nicht unrealistisch sein"

Klassische Situation zu Lasten der Anwohner in Landsberg-Nord-West: Wer das Industrie- und Gewerbegebiet ansteuert, fährt zunächst auf der Iglinger Straße und biegt dann in die Lechwiesenstraße ein. Foto: Schwaiger

Wenn das Stadtoberhaupt da mal nicht einen zu hohen Gang eingelegt hat: Er sei „kein Gegner von Tempo 30 in der Iglinger Straße“, sagte OB Ingo Lehmann vergangene Woche auf der außerordentlich gut besuchten Bürgerversammlung, in zwei bis drei Monaten könne sich da schon was tun. Vorausgesetzt, von Prof. Hermann Knoflacher (TU Wien) komme dazu kein Nein im Rahmen des Verkehrsgutachtens. Eben das könnte der Stolperstein sein, der die Anwohner der Iglinger aber auch der Lechwiesenstraße weiter auf entlastende Maßnahmen hoffen lässt. Grund: Unmittelbar nach der Bürgerversammlung machte in der Verwaltungsspitze die Runde, dass „vor Herbst keine verifizierbaren Aussagen“ von Prof. Knof­lacher zu erwarten seien.

Die Menschen in diesem stark verkehrsbelasteten Wohnviertel werden sich also erneut länger gedulden müssen als angekündigt. Nicht zum ersten Mal. Mitte vergangenen Jahres waren die Forderungen der Bürgerinitiative „Für ein verkehrsberuhigtes Landsberg-Nord-West“ Thema im Finanzausschuss des Stadtrates. Auch damals hatte OB Lehmann einen Zwei-Monate-Zeitraum genannt. Bis dahin sollte jener Verkehrsplaner, der mit dem Rückbau der alten Bundesstraße 17 beauftragt ist, eine Stellungnahme abgeben, um ein konkretes Konzept noch vor der Sommerpause zu diskutieren. Darauf warten die Betroffenen noch immer. Kein Wunder also, dass BI-Mitglied Stefan Meiser auf der Bürgerversammlung das Wort ergriff. Wenngleich die Verkehrs­- freigabe der B17neu eine gewisse Entlastung gebracht habe, so sei die Situation insgesamt immer noch katastrophal. „Wir wollen nicht unrealistisch sein“, sagte Meiser, „erwarten jetzt aber die Unterstützung der Stadt.“ Zumindest Tempo 30 verbunden mit „Zebrastreifen“ als kostengünstigste Maßnahme sollten doch möglich sein. Und eine stärkere Überwachung des Lkw-Fahrverbotes in der Iglinger Straße, das vielfach ignoriert werde. Den Wünschen der BI steht allerdings die Straßenverkehrs­ordnung gegenüber, wie Ordnungsamtsleiter Ernst Müller darlegte. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren sei nur im Bereich von Kindergärten, Schulen und Unfallschwerpunkten möglich. Somit bliebe noch die „Zone 30“. Die jedoch ist nur in Wohngebieten zulässig und schließt Ampeln sowie Zebrastreifen aus. Diese Themen „sind nicht verhandelbar“, signalisierte Lehmann. Will heißen: Die Zone 30 in der Iglinger Straße könnte erst nach der Ampel an der Ecke Lechfeldstraße beginnen. Und in der Lechwiesenstraße müsste sie vor der Einmündung der Rudolf-Diesel-Straße enden. 20 Prozent weniger Ob die Zone 30 in Landsberg- Nord-West die gewünschte Entlastung bringt, wird vielfach bezweifelt: Der Verkehr löse sich nicht auf, er verteile sich nur anders. Immer hin ist er seit der Eröffnung der B17neu laut Müller um rund 20 Prozent zurückgegangen: von 9673 Fahrzeugen pro Tag im November 2007 auf 7542 im Januar 2011.

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