Es wird weniger, aber schwerer

Die Anzahl der Einsätze ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, ihre Schwere hat jedoch zugenommen. 47mal musste die Freiwillige Feuerwehr Geltendorf im vergangenen Jahr ausrücken (2008: 50mal), unter anderem zu einigen gravierenden Verkehrs- und Schienenunfällen. „Diese Art von Einsätzen erfordert eine gute Ausbildung, aber auch eine gute Kameradschaft“, betonte Kommandant Ewald Kapfhammer vergangene Woche auf der Jahreshauptversammlung der Wehr im Gasthaus Alter Wirt. Nur so könnten die Einsatzkräfte vor körperlichen und psychischen Schäden bewahrt werden.

Manche Bilder lassen auch erfahrene Feuerwehrleute so schnell nicht los – so etwa die Kollision eines Kleintransporters mit einem Zug bei Schwabhausen, der Zusammenstoß eines Zuges mit einem Traktor am Bahnübergang Kaltenberg und ein tödlicher Personenunfall auf der Strecke München-Lindau. „Die Unfälle im Schienenbereich nehmen zu“, bilanzierte Kapfhammer. Auch die Gefahrguttransporte, die auf der Bahnstrecke durch Geltendorf rollen, stellen in den Augen des Kommandanten ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes hat Kapfhammer sich deshalb für die Installation leistungsstarker Hydranten eingesetzt. 48 Männer und Frauen waren 2009 in der Geltendorfer Feuerwehr aktiv. Im Durchschnitt brachte es jeder von ihnen auf 23 Einsatzstunden, „so viele wie noch nie“, betonte Kapfhammer. Inklusive sämtlicher Übungen und Lehrgänge investierte jeder Aktive im Laufe des Jahres 100 Stunden in seine ehrenamtliche Tätigkeit. „Damit liegen wir im Landkreis weit vorn.“ Der vor knapp zehn Jahren gegründeten Jugendfeuerwehr gehören derzeit 19 Mitglieder zwischen zwölf und 18 Jahren an. Elf fertig ausgebildete Aktive sind im Laufe der Jahre in die erwachsene Mannschaft aufgerückt. „Die Jugendfeuerwehr ist der Garant für unser Fortbestehen“, so Kapfhammer. Dreschfest Erster Vorstand Andreas Kurz gab einen Überblick über die Tätigkeit des Feuerwehrvereins, der nicht nur gesellschaftliche Veranstaltungen organisiert sondern auch die Ausstattung der Wehr mitfinanziert. Erst vor wenigen Wochen wurde ein lebensrettender Defibrilator beschafft. Als einen der Höhepunkte des Jahres 2010 kündigte Kurz das Dreschfest an, das nach dreijähriger Pause vom 10. bis 12. September stattfinden soll. Bürgermeister Wilhelm Lehmann sprach den Floriansjüngern in seinem Grußwort den Dank der Gemeinde aus und unterstrich deren Verantwortung, die Feuerwehren ihren Aufgaben entsprechend auszustatten. „Die Zeiten der Eimerkette sind vorbei“, so Lehmann. Die Anforderungen an die Feuerwehr stiegen ständig. Das geplante neue Feuerwehrhaus werfe bereits seine Schatten voraus, auch dafür müsse man die entsprechenden finanziellen Mittel bereitstellen. Kreisbrandrat Johann Koller lobte die Geltendorfer für ihre „ruhige, saubere, disziplinierte Arbeit bei immer heftigeren Einsätzen“. Für 25 Jahre aktiven Dienst erhielt Stephan Keil Ehrennadel und Urkunde. Gemeinsam mit Alfred Leitenstorfer und Martin Bergmoser wurde er außerdem für 25 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein geehrt.

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