Das Haus ist zu groß

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Wenig Einsparpotentiale bescheinigte der Kreisausschuss und der Bayerische Kommunale Prüfungsverband den Kreisseniorenheimen. Vor allem das „Theresienbad“ in Greifenberg fährt jedes Jahr erhebliche Verluste ein.

Landkreis – Wie können die Kreisseniorenheime in Greifenberg und Vilgertshofen wirtschaftlicher werden? Diese Frage versuchte jetzt Dieter Schmied vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband zu klären. Insbesondere betrifft das das „Theresienbad“ in Greifenberg.

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Heimleiter Thomas Söldner die Richtung bereits vorgegeben: Ein neues Konzept und ein „marktorientiertes Angebot“ sollte eine langfristig hohe Auslastung des Heimes in Greifenberg sichern. Einig war man sich damals auch, dass bessere Wirtschaftlichkeit durch eine höhere Belegung erzielt werden kann. Das bestätigte nun auch der Experte vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV).

Die Stabilisierung und den Ausbau der Belegung könne man durch den Ausbau teilstationärer Angebote wie Kurzzeit- und Tagespflege erreichen. Über Angebote wie die Kurzzeitpflege würden sich anschließend auch viele für einen Dauerpflegeplatz entscheiden, erklärte Heimleiter Thomas Söldner dem Kreisausschuss.

Ein weiteres Problem des Kreisseniorenheimes Theresienbad sei unter anderem ein Personalüberhang im Bereich Reinigung: Grund hierfür ist die Größe des Hauses. Der Personalüberhang sei im Sinne der Qualität „unausweichlich“, so Schmied. Einsparpotential sieht er hingegen bei den im Verhältnis zu anderen Einrichtungen vergleichsweise hohen Fremdwäschereikosten und empfiehlt daher eine Neuausschreibung. Die Kosten für die Wäscheversorgung liegen in Greifenberg bei 1.220 Euro pro Bewohner im Jahr, in Vilgertshofen sogar bei 1.425 Euro. Als untere Grenze errechnete Schmied 700, als obere 1.450 Euro an. Erich Püttner (UBV) sieht aber auch das kritisch: „Große Themen im Heim sind immer Essen und Wäsche.“ Hier sollte, laut Püttner, auch die Qualität im Vordergrund stehen. Überhaupt habe man wenig Spielraum und sollte den Weg nun so weitergehen und sich auf den Ausbau der Kurzzeit- und Tagespflege konzentrieren.

Ob man nicht bei den Energiekosten in Greifenberg einsparen könnte, wollte Wolfgang Buttner (ÖDP) wissen. Man habe vor einiger Zeit ein Blockheizkraftwerk prüfen lassen, erläuterte Abteilungsleiter Andreas Graf. Damals hätte sich das nicht als wirtschaftlich erwiesen. Man werde es aber im Hinterkopf behalten. Josef Loy (CSU) regte an, auch mal in Richtung ambulante Pflege zu denken. Das sei zwar grundsätzlich sinnvoll, so Heimleiter Thomas Söldner, er halte es aber für wichtiger, sich weiter auf die Kurzzeit- und Tagespflege zu konzentrieren. Einen weiteren Punkt gab Dieter Schmied vom BKPV noch zu bedenken: „Irgendwann muss in das Theresienbad auch wieder finanziert werden.“

Astrid Erhard

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