Wirsthausgespräche:

Keine fliegerische Nutzung mehr

+
Was genau mit dem Bundeswehr-Gelände in Penzing passiert, ist noch nicht sicher – Ideen und zahlreiche Interessenten für das Grundstück gibt es aber bereits.

Penzing – Die Konversion des Fliegerhorstes ist eine der großen Zukunftsaufgaben der Gemeinde. Um sie geordnet umzusetzen, wird derzeit mit den Bürgern ein Leitbild für die Entwicklung Penzings erarbeitet. Dabei geht es nicht allein um die Nachnutzung des Bundeswehrgeländes.

Was ist bereits gut, was verbesserungswürdig, welche Anliegen sind besonders dringlich? Um diese Fragen mit den Bürgern zu erörtern, fanden in den vergangenen Wochen in jedem Ortsteil Wirtshausgespräche statt. „Das war eine fantastische Geschichte, die Beteiligung war sehr gut“, freut sich Bürgermeister Johannes Erhard. „Die Wirtsstuben waren immer voll.“ Häufig geäußert wurde der Wunsch nach gestalterischer Aufwertung der Ortsmitten und nach der Verbesserung des Straßenzustands.

Weitere Themen sind Nahversorgung und Kinderbetreuung sowie Lärmschutz für die Gebiete nahe an der Bahnlinie. Im einzelnen wurden die Ergebnisse aus den Wirtshausgesprächen der Öffentlichkeit in einer Bürgerwerkstatt präsentiert, die am Dienstag Abend (nach Redaktionsschluss des KREISBOTEN) im Gasthof Frank stattfand.

Neuer Bauhof

Für die Nachnutzung des Fliegerhorstes kursierten in den vergangenen Monaten bereits Überlegungen. Die Idee, auf dem Gelände der bereits aufgelösten FlaRak-Gruppe 22 einen gemeinsamen Bauhof mit der Gemeinde Kaufering zu errichten, habe sich aber zerschlagen, berichtet Erhard. „Kau­- fering baut selbst und wir auch.“ Die Penzinger Planungen stünden kurz vor dem Abschluss.

Die Anfragen von Interessenten, die sich auf dem 250 Hektar großen Fliegerhorstgelände niederlassen wollen, füllen mittlerweile einen Leitz-Ordner. Deshalb sei ihm vor dem Abzug der Bundeswehr mittlerweile nicht mehr bang, so Erhard. „Wir werden überhaupt kein Problem haben, das Gelände zu nutzen.“ Im Rahmen der Wirtshausgespräche seien bereits viele Vorschläge gekommen – von Energiegewinnung über Seniorenwohnanlagen bis hin zu Gewerbeansiedlungen. Das Einzige was niemand will, ist eine weitere fliegerische Nutzung des Geländes. „Ansonsten ist alles denkbar.“

Dreimal bombardiert

Bis mindestens 2017 bleibt der Standort ohnehin erhalten. „Danach muss man sehen, wie viel von dem Gelände überhaupt zur Verfügung steht“, so Erhard. Eigentümerin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die das Gelände zu marktüblichen Preisen verwerten werde. Die gestalterischen Möglichkeiten sind begrenzt, denn ein Großteil der Gebäude wird erhalten bleiben müssen – sie stehen unter Denkmalschutz. Auch eine Altlastenuntersuchung könnte noch manche Überraschung zutage fördern. „Die Fläche ist nachweislich dreimal bombardiert worden“, weiß der Penzinger Bürgermeister.

Ulrike Osman

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Breitband, Straßen, Seeanlagen

Dießen – Kaum Anlass zu Rückfragen und Diskussionen hat der Haushaltsplan 2017 gegeben, den Kämmerer Max Steigenberger am Montag erneut im …
Breitband, Straßen, Seeanlagen

Caligula auf Ritalin

Landsberg – Der Inn gurgelt, das Hochwasser kommt, der Pegel steigt. Sigi Zimmerschieds Auftritt im Landsberger Stadttheater spült alles weg, was …
Caligula auf Ritalin

Kommentare