Wohin die Reise gehen soll

In des Nähe des Funkturms Walleshausen möchte ein Antragsteller eine 196 Meter hohe Windkraftanlage errichten Foto: Osman

In der Gemeinde gibt es drei Standorte, die voraussichtlich für Windkraftanlagen geeignet sind. Zumin-dest einer davon dürfte im Vorentwurf eines neuen Teilflächennutzungsplans als Konzentrationsgebiet für Windanlagen ausgewiesen werden. Der Entwurf soll bereits in den nächsten Wochen verabschiedet werden. So gewinnt die Gemeinde Zeit und kann Einzelanträge von Investoren vorläufig zurückstellen.

Ein solcher Antrag zwingt die Gemeinde derzeit, aus der landkreisweiten Windkraftplanung auszuscheren. Diese wird voraussichtlich erst in einem Jahr abgeschlossen sein. Wie berichtet, möchte aber bereits jetzt ein Investor im Wald nordöstlich von Walleshausen eine 196 Meter hohe Anlage errichten. Würde die Gemeinde nichts unternehmen, müsste das Landratsamt das privilegierte Bauvorhaben genehmigen, so Marc Wißmann vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum den Gemeinderäten – selbst dann, wenn die Gemeinde ihr Einvernehmen nicht erteilt. „Es gibt keine rechtliche Grundlage dafür, die Genehmigung zu versagen.“ Kann die Gemeinde aber nachweisen, dass sie bereits dabei ist, Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen, darf sie diesbezügliche Anträge für ein Jahr zurückstellen. „Der Plan muss zeigen, wohin die Reise in Sachen Konzentrationsflächen gehen soll“, so Wißmann. Der Planer schlug drei denkbare Standorte vor. Sie liegen südwestlich von Walleshausen, zwischen Hausen und Eismerszell und nördlich von Petzenhofen in der Nähe des Funkturms – dort, wo der Antragsteller tatsächlich bauen möchte. Laut dem – allerdings ungenauen – Windatlas sind hier die Windgeschwindigkeiten mit 4,9 Metern pro Sekunde ausreichend stark. Abstände von 1000 Metern zur Wohnbebauung würden ebenfalls eingehalten. „Bei einem solchen Abstand braucht man nicht mal ein Schallgutachten“, so Wißmann. „Da hört man nichts mehr. Das einzige, was man nicht wegkriegt, ist die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.“ Bedenken gegen die Flächen gab es dennoch. Josef Weiß (CSU) erinnerte daran, dass für den Standort beim Funkturm viel Wald abgeholzt werden müsste. Außerdem liegt der gemeindliche Trinkwasserbrunnen in der Nähe. Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) sorgte sich um die Bewohner der Gemeinde Moorenweis. „Mit einer Konzentrationsfläche zwischen Hausen und Eismerszell tun wir unseren Nachbarn nichts Gutes.“ Wißmann erklärte allerdings, dass auch zur Bebauung in angrenzenden Kommunen 1000 Meter Abstand eingehalten würde. „Nehmen die Nachbarn auch Rücksicht auf uns?“, fragte sich Christian Scheifele (CSU). „Niemand will die Anlagen vor der eigenen Haustür haben, aber wie soll es dann funktionieren“? Robert Sedlmayr (ÖDP) forderte, die Gemeinde solle Vorbildfunktion übernehmen und selbst Betreiber von Windanlagen werden. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat den Planungsverband mit der Überarbeitung des Flächennutzungsplans. Welche Fläche darin als Konzentrationszone für Windkraftanlagen ausgewiesen werden soll, wird spätestens Anfang Mai entschieden.

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