Zetrümmerte Bierflasche am Hals

Dieser junge Österreicher löste am Mittwoch einen Großeinsatz aus. Foto: Schwaiger

Der Zivilcourage und dem umsichtigen Handeln von KREISBOTEN-Mediaberater Michael Bloos hat es ein 19-Jähriger wohl zu verdanken, dass es nicht zum Äußersten kam: Mit einer zer­- trümmerten Bierflasche im Lech stehend, drohte sich der junge Österreicher am Mittwoch das Leben zu nehmen und löste damit einen Großeinsatz verschiedener Rettungskräfte aus.

Zu der Begegnung der beiden Männer kam es am späten Mittwochvormittag auf dem Infantrieparkplatz. Allein durch seine Gestik sei der 19-Jährige aufgefallen, beschreibt Bloos, darüber hinaus habe er ständig „ich bringe mich um“ vor sich hingesagt. Weiterzugehen und den Verzweifelten sich selbst zu überlassen, das kam für Michael Bloos nicht infrage. Vielmehr versuchte er mit dem Österreicher ins Gespräch zu kommen, was aber nicht so recht gelingen mochte. Wenig später saßen die beiden am Rocca-di-Papa-Weg in gebührendem Abstand auf je einer Parkbank. Die Konversation verlief nach wie vor sehr einseitig, wobei der 19-Jährige einen eher ruhigeren Eindruck gemacht habe. „Dann hatte er plötzlich eine leere Bierflasche in der Hand“, erzählt Bloos, „zerschlug sie und lief in den Lech, hielt sich die Scherbe bedrohlich an den Hals.“ Er lasse sich keinesfalls auf einen Deal ein, habe der Österreicher gerufen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der KREISBOTEN-Mitarbeiter via Handy bereits die Polizei informiert. Großeinsatz Der Notruf löste einen Großeinsatz verschiedener Landsberger Rettungskräfte aus. So kam die Polizei gleich mit mehreren Streifen am Ort des Geschehens an. Weiterhin waren Rettungswagen und Notarzt alar­miert worden. Ebenso im Einsatz: die Freiwillige Feuerwehr Landsberg. Und mit zwei Booten war die Wasserwacht ange­rückt. Nach entsprechenden Sperrungen, unter anderem auch des Fußgängersteges über den Lech, habe ein eigens geschulter Beamter der Landsberger Polizei Kontakt mit dem Heranwachsenden aufgenommen, so Polizeisprecher Robert Prestele. Dem Beamten, der auch Mitglied der Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord ist, sei es schließlich gelungen, eine Gesprächsbasis zu schaffen. Prestele: „Trotz der widrigen Umstände konnte der knietief im Lech stehende junge Mann nach etwa einer Stunde überredet werden die Glasscherbe wegzulegen und ans Ufer zu kommen.“ Ins Klinikum Die Identität des Heranwachsen war in den Räumen der Polizeiinspektion vergleichsweise schnell ge­klärt. Prestele: „Der 19-Jährige stammt aus Österreich und lebt normalerweise in Wien. In Deutschland war er zuletzt im Zeitungswerber-Milieu tätig.“ Zur physischen und möglicherweise auch psychi­schen Behandlung sei der junge Mann im Klinikum Landsberg untergebracht worden.

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