Blumenladen, die Zweite:

Erhaltenswerter "Kulturschatz"

+
Ein „Kulturschatz“ und dringend sanierungsbedürftig: die Fresken von Dominikus Zimmermann im „Blumenladen am Klostereck“. Ihm droht nun erneut die Schließung.

Landsberg – Blumenladen, die Zweite: Erneut soll das Geschäft am Klostereck städtischen Planungen weichen – diesmal zunächst acht bis zehn Wochen, die Zukunft bleibt aber offen. Als Grund wird die Sanierung des angegriffenen Deckenfreskos genannt.

Im Oktober 2012 hatte Oberbürgermeister Mathias Neuner der Betreiberin, Anita Kaiser-Schmid, schon einmal die Kündigung geschickt, um in den Räumen neben der Musikschule ein Kulturbüro einzurichten. Das Vorhaben wurde nach massiven Bürgerprotesten dann aber abgeblasen.

Diesmal ging man an die Sache über die Haushaltsplanung im Finanzausschuss heran. Die vorgesehenen 40000 Euro für die Deckensanierung könne man problemlos verschieben, sagte Peter Huber vom Hochbauamt. „Die Notsanierung ist erledigt, die Generalsanierung macht nur Sinn, wenn der Blumenladen einmal raus ist.“

Das Tabuthema war dann schnell keines mehr. Das Fresko sei „eine Schande“, sprang Christian Hettmer (CSU) bei, „wir müssen das irgendwann angreifen.“ Jetzt ergriff auch OB Neuner das Wort. „Ich weise nur darauf hin, dass es sich um das einzige nachweisbare Fresko von Dominikus Zimmermann handelt, das ist ein Kulturschatz, der für die Nachwelt erhalten werden muss.“

Auch Dr. Andreas Hartmann (Grüne) plädierte für die Arbeiten am Kunstwerk. „Es gibt ein Gutachten, dass das dringend gemacht werden muss, dann muss der Blumenladen eben drei Monate raus.“ Damit dürfte es aber nach Hubers Ansicht wegen der feuchten Luft im Klostereck nicht getan sein. „Blumenladen und Fresko schließen sich aus. Man müsste sonst nach der Sanierung die Decke schützen und ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll, höchstens mit einer Klimaanlage.“

Dr. Wolfgang Weisensee (LLM) gab dazu eine ganz andere Anregung: „In einem solchen Fall habe ich in Neapel gesehen, dass man nach der Sanierung eine Glasdecke zum Schutz eingezogen hat. Wenn das in Italien funktioniert, sollte es bei uns auch möglich sein.“

Der Finanzausschuss des Stadtrates beschloss schließlich ohne Gegenstimme, die Sanierung in den Haushalt 2015 aufzunehmen, ein ähnliches „Fiasko“ (Weisensee) in der öffentlichen Wahrnehmung wie 2012 will man allerdings vermeiden. „Man sollte die Ladeninhaberin frühzeitig mit einbeziehen und notfalls eine alternative Lösung für sie suchen“, forderte Christian Hettmer.

Christoph Kruse

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare