In der Not zusätzlich qualifizieren – Arbeitsagentur fördert die Weiterbildung in Zeiten der Kurzarbeit

Rund 800 Beschäftigte im Landkreis sind mittlerweile von Kurzarbeit betroffen. Diese Zahl nannte Ferdinand Pilzweger, Geschäftsführer der für den Landkreis zuständigen Arbeitsagentur Weilheim, jetzt auf einer Pressekonferenz. Im Rahmen des Konjunkturpakets II gelten für die Beantragung von Kurzarbeit vereinfachte Bedingungen, um Entlassungen möglichst zu vermeiden.

Um Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen, müssen nicht mehr, wie früher, ein Drittel der Beschäftigten davon betroffen sein, sondern es reicht der Nachweis eines zehnprozentigen Entgeltausfalls. Außerdem übernimmt die Arbeitsagentur für die Kurzarbeiter die Hälfte des Arbeitgeberanteils an den Solzialversicherungen. Unterstützt wird auch die Kombination von Kurzarbeit und Weiterbildung. Damit sollen sich sowohl Firmen als auch Beschäftigte für die Zeit nach der Krise rüsten, denn zusätzliche Qualifizierungen sind für beide Seiten von Vorteil. Die Maßnahmen richten sich gerade auch an gering Qualifizierte und ältere Arbeitnehmer, wie das Beispiel des Denklinger Automobilzulieferers Hirschvogel Umformtechnik verdeutlicht. Hier werden derzeit acht Mitarbeiter zu Lagerfachkräften ausgebildet. In den nächsten Monaten startet ein Ausbildungsprojekt zum Anlagen- und Maschi-nenführer. Einen Großteil der anfallenden Kosten für ausgefallene Arbeitszeit übernimmt dabei die Arbeitsagentur. Die Krise hat gerade die Automobilzuliefererbranche schwer getroffen, wie Hirschvogel-Geschäftsführer Michael Dahme erläuterte. „Die katastrophale Nachfragesituation hat auch bei uns zu Kurzarbeit geführt. Einbrüche von voraussichtlich mehr als 30 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres sind ohne diese finanzielle Entlastung nicht mehr abzudecken.“ Nach der Krise werde man jedoch auf gut qualifizierte Mitarbeiter angewiesen sein. Die Arbeitsagentur hofft, dass das möglichst viele Firmen so sehen – und zwar Firmen jeder Größenordnung. Wer sich über Kurzarbeit und Förderung von Fortbildungsmaßnahmen informieren möchte, wird über die Arbeitgeber-Hotline 01801/664466 mit einem für seine Region zuständigen Berater verbunden.

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