Neue Faschings-Auflagen

Einsatz im Viertelstundentakt

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Damit die Gaudiwurm-Welt nicht komplett Kopf steht, hat der Stadtrat jetzt eine „Zwangsspende“ für Zelt- und Standbetreiber beschlossen.

Landsberg – Jeder mag den „Gaudiwurm“, den Umzug am Lumpigen Donnerstag. Nach einer vorübergehenden Krise ist er auch wieder zu stattlicher Größe angewachsen (der KREISBOTE berichtete). Doch der „Gaudiwurm Landsberg am Lech e.V.“, der den Umzug veranstaltet, erhält nur „mäßig“ Spenden. Daher generiert die Stadt jetzt eine Zwangszuwendung: Am Festtag wird die Sondernutzungsgebühr für das Zelt („Fasching der Narren“) auf der Waitzinger Wiese jetzt kräftig erhöht: von 1.000 auf 7.000 Euro; der Mehrbetrag fließt an den Faschingsverein.

Diese ab 2017 geltende Regelung beschloss der Stadtrat am Mittwoch nahezu einstimmig. Gegenstimmen und Einwände gab es aus den Reihen der UBV. Medardus Wallner hielt die finanzielle Belastung für den jeweiligen Festwirt für zu hoch. Doch Ordnungsamtsleiter Ernst Müller rechnete vor, dass der neue Betrag bei einem Eintritt von 12 Euro pro Person, in dem noch kein Verzehr enthalten sei, mühelos verkraftbar sei.

Bestandteil des Beschlusses ist, dass auch die Sondernutzungsgebühren in Höhe von derzeit 1.000 Euro für die Stände am Hellmair- und Hauptplatz an den „Gaudiwurm“-Verein weitergeleitet werden. Denn auch das Spendenaufkommen aus der Innenstadt-Gastronomie sei unbefriedigend. Offenbar nehmen die meisten Gastwirte das Ereignis gerne mit, wollen sich an den Kosten aber nicht beteiligen.

Wallner wandte sich auch gegen die Bestimmung, dass pro 50 Besucher ein Ordner gestellt werden müsse; beim Oktoberfest in München sei die Bezugsgröße doppelt so hoch. In Landsberg würden von der Stadt zu viele Ordner verlangt.

Das brachte allerdings sowohl Ernst Müller wie auch Stadtrat Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte) in Rage. Weisensee berichtete, am Lumpigen Donnerstag sei er als Notarzt „im Viertelstundentakt vor Ort“ und treffe dort „auf randalierende, volltrunkene Leute“. Er sehe auch, dass die ehrenamtlichen Helfer „nur noch angepöbelt“ werden. Sein Fazit: „Wir brauchen dort mehr Security“.

Ernst Müller verwies darauf, die Polizei werde am Lumpigen Donnerstag angesichts der Sicherheitslage „anderweitig unterwegs“ sein. Die Polizeiinspektion lege daher auf das Verhältnis 1:50 großen Wert. Die Ordnertätigkeit solle sogar stärker auf den Außenbereich ausgedehnt werden. Krankenwagen könnten dort wegen vieler Glasscherben nicht vorfahren. Die Sanitäter müssten Verletzte vom Festplatz tragen. „Die Ordner müssen auch die Scherben beseitigen“.

Werner Lauff

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